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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Case-Report: Rhinoliquorrhoe bei ausgedehntem Schädelbasisdefekt nach chirurgischer und radiogener Behandlung eines Ästhesioneuroblastoms

Meeting Abstract

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Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod684

doi: 10.3205/12hnod684, urn:nbn:de:0183-12hnod6849

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Wunder et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Beim Ästhesioneuroblastom handelt es sich um einen seltenen malignen Tumor der Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen, der ca. 3% aller Nasentumore ausmacht. Seinen Ursprung nimmt dieser aus den basalen Zellen der olfaktorischen Mukosa. Nicht selten wird das Ästhesioneuroblatom aufgrund eines variablen klinischen Verlaufs erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert.

Methoden: In unserer Klinik stellte sich ein ca. 72 Jahre alter Patient mit einer Rhinoliquorrhoe bei bekanntem Ästhesioneuroblatom der Rhinobasis mit cervikaler Metastasierung vor. Anamnestisch seien auswärtig bereits vor Jahren eine mehrfache chirurgische Resektion sowie adjuvante Radiotherapie durchgeführt worden. Zum gegeben Zeitpunkt war der Patient wach, ansprechbar und zu allen Qualitäten orientiert. Meningismus oder andere klinische Zeichen einer meningealen Entzündung lagen nicht vor. Im CCT und CT der Nasennebenhöhlen stellte sich eine Verschattung der kranialen Anteile des Cavum nasi mit Infiltration der Schädelbasis und der Lamina cribrosa sowie eine cervikale Metastase rechts dar. Einer wiederholten operativen Sanierung oder einer Radiatio war der Patient nicht zugänglich, so dass in palliativer Absicht zur Reduktion der Rhinoliquorrhoe eine Duradeckung mit Faszia lata durchgeführt sowie eine Menigitisprophylaxe mit Rozephin eingeleitet wurde.

Diskussion: Selbst bei ausgedehnten durch Tumorwachstum, operative oder radiogene Interventionen entstandenen Schädelbasisdefekten ist eine Defektdeckung mit Faszia lata möglich. Alternativ ist eine Deckung durch Split graft oder ein Bioveritimplantat möglich. Im gegebenen Fall war dies jedoch aufgrund der Lokalisation keine Option.