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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Stirnbeinosteomyelitis – sinugene Komplikation bei einem fünfjährigen Knaben

Meeting Abstract

  • corresponding author Constanze Ondruschka - HNO-Universitätsklinikum Magdeburg, Magdeburg
  • Karen Lampe - HNO-Universitätsklinikum Magdeburg, Magdeburg
  • Laszlo Scheinpflug - HNO-Universitätsklinikum Magdeburg, Magdeburg
  • Christoph Arens - HNO-Universitätsklinikum Magdeburg, Magdeburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod665

doi: 10.3205/12hnod665, urn:nbn:de:0183-12hnod6659

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Ondruschka et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Stirnbeinosteomyelitiden stellen im Kindesalter eine eher seltene sinugene Komplikation dar, die jedoch bei Verkennen der Situation die Gefahr einer raschen Entwicklung eines intrazerebralen Abszessgeschehens birgt und somit frühest mögliches Eingreifen erfordert.

Kasuistik: Bei uns wurde ein fünfjähriger Knabe mit einer unklaren progredienten Schwellung im Bereich der Stirn vorstellig. Anamnestisch erwähnenswert war ein seit zehn Tagen bestehender leichter respiratorischer Infekt. Bei klinischer Untersuchung imponierte eine teigige dolente flukuierende Schwellung im Bereich der Stirn von circa 5 x 5 cm Größe. Der Knabe befand sich in einem relativ unbeeinträchtigtem Allgemein- und wies einen klaren Bewusstseinszustand auf. Ein Anhalt für einen Meningismus bestand nicht. Der HNO- ärztliche Spiegelbefund erwies sich als unauffällig, eine pathologische Rhinorrhoe war nicht zu sehen. Computertomografisch zeigte sich eine liquide Raumforderung im Bereich der Stirn, welche bereits zu ostelytischen Veränderungen der Tabula externa et interna des Os frontale geführt hatte. Die vorhandenen Nasennebenhöhlen der rechten Seite waren verschattet. In der MRT des Schädels war eine deutliche Kontrastmittelanreicherung der Meningen im Stirnbeinbereich zu sehen. Unter dem Verdacht auf eine abszedierende Stirnbeinosteomyelitis mit umschriebener meningealer Reizung auf dem Boden einer Pansinusitis rechts erfolgte die operative Revision.

Schlussfolgerung: Auch bei noch nicht angelegten Stirnhöhlen kann eine retrograde Thrombophlebitis infolge eines respiratorischen Infektes zu einer Osteomyelitis im Stirnbeinbereich führen. Aufgrund seiner ausgeprägten Spongiosa ist das Os frontale für osteomyelitische Prozesse prädestiniert.