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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

„Das Cholesteatom des Sinus frontalis als seltene Differentialdiagnose einer unilateralen Raumforderung der Stirnhöhle“

Meeting Abstract

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  • corresponding author Christoph Böttcher - SRH-Klinikum Suhl / HNO-Klinik, Suhl
  • Daniel Böger - SRH-Klinikum Suhl / HNO-Klinik, Suhl

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod633

doi: 10.3205/12hnod633, urn:nbn:de:0183-12hnod6339

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Böttcher et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Wir berichten über einen 55 jährigen kaukasischen Mann, der sich mit einer Protrusio bulbi rechts und einer indolenten Schwellung der Stirnhöhlenvorderwand auf der gleichen Seite in unserer Klinik vorstellte.

Therapie: Intraoperativ fand sich ein ausgedehntes Cholesteatom des rechten Sinus frontalis mit Einbruch in die Orbitaspitze und freiliegender Dura mater.Histopathologisch konnte die typische Cholesteatommatrix mit mehreren Schichten von verhorndenem Plattenepithel diagnostiziert werden.

Zusammenfassung: Ein Cholesteatom in den Nasennebenhöhlen ist eine absolute Rarität, bisher sind nur 30 vergleichbare Fälle in der wissenschaftlichen Literatur publiziert worden. Charakteristischerweise präsentieren sich diese benignen Läsionen als einseitige, langsam wachsende, überwiegend indolente Raumforderungen mit oder ohne anamnestische Hinweise für eine chronische Sinusitis frontalis. Aufgrund der Gefahr einer Infiltrationen von benachbarten Strukturen wie der Orbita, der Dura mater und der Schädelkalotte, können potentiell lebensbedrohliche Komplikationen resultieren. Deshalb beinhaltet die kurative Therapie die vollständige Exzision des Cholesteatoms mit dem umgebendem Cholesteatomsack und adequater Drainage des Sinus frontalis. Die Langzeitprognose ist exzellent, obwohl mit einer erhöhten Rate an Spätrezidiven insbesondere bei initial fortgeschrittenen Befunden zu rechnen ist. Außerdem sind radiographische Verlaufskontrollen mittels nativem hr-CT und MRT intravenöser Gadovistapplikation empfehlenswert.

Schlussfolgerung: Obwohl das Cholesteatom der Stirnhöhle eine äußerst seltene Entität ist, so stellt sie dennoch aufgrund ihrer klinischen Symptomatik eine wichtige Differentialdiagnose zu malignen Prozessen im Sinus frontalis dar.