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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Das Composite Graft der Ohrmuschel in der plastisch-rekonstruktiven Nasenchirurgie

Meeting Abstract

  • corresponding author Johannes Veit - Klinik für HNO-Heilkunde, Universitätsklinikum Ulm, Ulm
  • Nicole Rotter - Klinik für HNO-Heilkunde, Universitätsklinikum Ulm, Ulm
  • Gerhard Rettinger - Klinik für HNO-Heilkunde, Universitätsklinikum Ulm, Ulm
  • Marc Scheithauer - Klinik für HNO-Heilkunde, Universitätsklinikum Ulm, Ulm

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod621

doi: 10.3205/12hnod621, urn:nbn:de:0183-12hnod6217

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Veit et al.
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Gliederung

Text

Autologe mehrschichtige Transplantate, sogenannte Composite Grafts (CG), stellen in der plastisch-rekonstruktiven Gesichtschirurgie eine wichtige Technik zur Defektdeckung dar. Ein häufig verwendetes CG ist ein Haut-Knorpel-Transplantat aus dem Cavum conchae der Ohrmuschel mit Haut und elastischem Knorpel.

In der HNO-Universitätsklinik Ulm wurden von 2005-2011 bei 91 Patienten CG des Cavum Conchae verwendet. Der Defektverschluss erfolgte in 85 Fällen mit retroaurikulär-gestieltem Insellappen, in 6 Fällen mit primärem Wundverschluss. Die CG wurden zur Deckung mehrschichtiger Defekte der Nasenklappe, des Vestibulum nasi, des Nasenbodens und der lateralen Nasenwand verwendet, meist im Rahmen von Revisions-Septorhinoplastiken, Nasen(teil)rekonstruktionen und lokoregionären Lappenplastiken. 37 Defekte waren Folge maligner Erkrankungen, 22 iatrogen, 20 kongenitale Fehlbildungen, 9 posttraumatisch und 3 benigne Tumoren. Insgesamt traten folgende Komplikationen auf: 1/91 Nekrose, 3/91 partielle Nekrosen, 6/91 verzögerte Wundheilungen, 5/91 signifikante Schrumpfungen. Bei 77 Patienten wurden für 6 Monate postoperativ individuell-angefertigte Nasen-Obturatoren zur Vermeidung funktionsrelevanter Gewebsschrumpfung eingesetzt. Das 2-5 Jahres follow-up zeigte exzellente Ergebnisse in Stabilität und Form von Spender- und Empfänger-Stelle.

Das CG der Ohrmuschel stellt ein sehr zuverlässiges und vielseitig-einsetzbares, da konvex-formbares, Transplantat in der plastisch-rekonstruktiven Nasenchirurgie dar.