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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Kiefergelenksbeschwerden als Kriterium zur Subtypisierung von chronischen Tinnituspatienten

Meeting Abstract

  • corresponding author Veronika Vielsmeier - HNO-Universitätsklinik Regensburg, Regensburg
  • Michael Landgrebe - Uniklinik für Psychiatrie, Regensburg
  • Martin Schecklmann - Uniklinik für Psychiatrie, Regensburg
  • Jürgen Strutz - HNO-Universitätsklinik, Regensburg
  • Berthold Langguth - Uniklinik für Psychiatrie, Regensburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod558

doi: 10.3205/12hnod558, urn:nbn:de:0183-12hnod5588

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Vielsmeier et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: In einer Pilotstudie konnte gezeigt werden, dass Tinnituspatienten mit einer Kiefergelenksproblematik jünger und öfter weiblich sind. Mittels Analyse von 1300 Patienten unserer Datenbank wurden weitere klinische Charakteristika wie eine mögliche Modulierbarkeit des Tinnitus durch somatische und audiologische Manöver untersucht.

Methoden: Tinnituspatienten mit und ohne Kiefergelenksprobleme aus unserer Datenbank wurden hinsichtlich Alter, Geschlecht, Hörvermögen, Ursachen und Möglichkeiten der Modulation ihres Tinnitus durch akustische oder somatische Aktionen verglichen.

Ergebnisse: Tinnituspatienten mit einer Kiefergelenkspathologie waren jünger und öfter weiblich. Sie konnten ihr Ohrgeräusch sowohl durch somatische Manöver als auch durch akustische Stimulation häufiger modulieren als Tinnituspatienten ohne Probleme des Kiefergelenks.

Schlussfolgerungen: Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich Tinnituspatienten mit komorbiden Kiefergelenksbeschwerden in demographischen Chrakteristika von den übrigen Tinnituspatienten unterscheiden. Dabei sind typische Risikofaktoren wie höheres Alter und männliches Geschlecht geringer ausgeprägt. Die festgestellte erhöhte Modulierbarkeit durch somatische Manöver und akustische Stimulation legt darüber hinaus Unterschiede in der Pathophysiologie nahe. In der Zusammenschau scheint die Komorbidität Kiefergelenksbeschwerden ein klinisch und pathophysiologisch relevantes Kriterium zur Subtypisierung darzustellen. Dies ist sowohl für den klinischen Alltag als auch für die Durchführung klinischer Therapiestudien von Bedeutung

Unterstützt durch: TRI - Tinnitus Research Initiative