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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Welchen Extra-Benefit bringt das 2. CI für Lebensqualität, Sprachverstehen, Tinnitusbelastung und psychische Komorbiditäten?

Meeting Abstract

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  • corresponding author Heidi Olze - HNO-Klinik Charité, Campus Virchow Klinikum, Campus Mitte, Berlin
  • Stefan Gräbel - HNO-Klinik Charité, Campus Virchow Klinikum, Berlin
  • Ulrike Förster - HNO-Klinik Charité, Campus Virchow Klinikum, Berlin
  • Birgit Mazurek - Tinnituszentrum, Charité, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod487

doi: 10.3205/12hnod487, urn:nbn:de:0183-12hnod4870

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Olze et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die bilaterale CI Versorgung ist heute auch bei Erwachsenen als sichere und effektive Methode der bilateralen auditorischen Rehabilitation akzeptiert. Dennoch wird u.a. wegen des „doppelten“ OP-Risikos und der Kosten die Frage nach dem zusätzlichen Nutzen des 2. CI gestellt. Ziel der Studie war es daher zu untersuchen, ob sich für die Bereiche Lebensqualität (HRQoL), Sprachverstehen, Tinnitusbelastung und psychische Komorbiditäten ein Extra Benefit des 2.CI zeigen lässt.

Methoden: In die Studie wurden 40 postlingual ertaubte Erwachsene eingeschlossen. Mit den folgenden validierten Fragebögen wurden im Verlauf der Versorgung (vor CI, nach 1. und nach 2. CI) Daten zur Lebensqualität (Nijmegen Cochlear Implant Questionnaire), zur Tinnitusbelastung (Tinnitusfragebogen nach Göbel (TF) und zu psychischen Komorbiditäten mit dem Perceived Stress Questionnaire (PSQ), der Allgemeinen Depressionsskala (ADSL) und dem General Anxiety Disorder- 7-Fragebogen (GAD-7) evaluiert. Zusätzlich wurden Daten zum Sprachverstehen in Ruhe und im Störgeräusch uni- und bilateral erhoben (Freiburger Einsilber, HSM-Satztest, OLSA).

Ergebnisse: Nach bilateraler Implantation kam es im Vergleich zum 1. CI zu einer weiteren statistisch signifikanten Verbesserung der HRQoL. Auch die Tinnitusbelastung verbesserte sich nach dem 2. CI signifikant. Zusätzlich ergaben die psychometrischen Fragebögen niedrigere Scores für die Stressbelastung, Depressivität und Ängstlichkeit. Das 2. CI führte zu einer signifikanten Verbesserung des Sprachverstehens in Ruhe und im Störgeräusch. Bilateral implantierte Patienten profitierten vom Head-Shadow-Effekt, Squelsh Effekt und binauraler Summation.

Schlussfolgerungen: Die CI Versorgung hat einen positiven Einfluss auf die HRQoL, die Tinnitusbelastung und psychologische Komorbiditären, Bilateral versorgte Patienten erzielten in allen untersuchten Bereichen einen zusätzlichen Benefit.