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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Einfluss der akuten hypobaren Hypoxie auf das menschliche Hören und die Durchblutung des Kopfes

Meeting Abstract

  • corresponding author Michael Kühn - HNO-Universitätsklinik Dresden, Dresden
  • Carla Ledderhos - Flugmedizinisches Institut der Luftwaffe, Abt. Forschung, Wissenschaft und Lehre, Fürstenfeldbruck
  • Andre Gens - Flugmedizinisches Institut der Luftwaffe, Abt. Forschung, Wissenschaft und Lehre, Fürstenfeldbruck
  • Eberhard Kuhlisch - Institut für Medizinische Informatik und Biometrie, Medizinische Fakultät Carl G, Dresden
  • G. Rall - Frauenhofer Patentstelle für die Deutsche Forschung, München
  • Johannes Miosga - Flugmedizinisches Institut der Luftwaffe, Abt. Flugphysiologie, Königsbruck
  • Matthias Bornitz - HNO-Universitätsklinik, Dresden
  • Bernd Brix - Flugmedizinisches Institut der Luftwaffe, Abt. Flugphysiologie, Königsbruck
  • Thomas Zahnert - HNO-Unversitätsklinik, Dresden

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod458

doi: 10.3205/12hnod458, urn:nbn:de:0183-12hnod4583

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Kühn et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Eine verminderte cerebrale Perfusion und Hypoxie werden als mögliche ätiologische Faktoren für eine Innenohrfunktionsstörung diskutiert.

Methode: In der Höhen-Klima-Simulationsanlage der Abt. Flugphysiologie des Flugmedizinischen Instituts der Luftwaffe in Königsbrück wurden bei 37 gesunden männlichen Probanden für beide Ohren in Ortshöhe (189m; t1, t4) und unter hypobarer Hypoxie in einer simulierten Höhe von 5000m nach 5min (t2) und 10min (t3) unmittelbar nach einer Tympanometrie DPOAE gemessen. Während zweier Kammerfahrten im Abstand von 45min wurden zusätzlich die periphere Sauerstoffsättigung (SO2) und die Durchblutung an Stirn und Nase mittels eines hämodynamischen Monitorings (Photoplethysmographie) abgeleitet.

Ergebnisse: Nach Druckausgleich (Valsalva) kam es in 5000m zu einer signifikanten Minderung der Amplitude (0,58 (t2) und 0,59 (t3)) im Tympanogramm. Die DPOAE (minimaler Signal-Rausch-Abstand=6dB, kein erhöhter Störpegel) waren für alle Frequenzen (0,75-8kHz) erniedrigt (z.B. 2kHz: durchschnittlich um 5,7dB (t2) und 5,2dB (t3), p=0,021). Die durchschnittliche SO2 [%] sank signifikant auf 80,2±1,7 (t2) und 78,2±1,6 (t3), die minimale SO2 lag bei 75,5 (t2) und 72,2 (t3). Die Durchblutung der Nase sank tendenziell, währenddessen die der Stirn gering anstieg. Korrelationen zwischen DPOAE und peripherer Sauerstoffsättigung sowie der Durchblutung von Nase und Stirn waren nicht für alle Frequenzen nachzuweisen.

Schlussfolgerungen: Die Minderung der DPOAE in einer Höhe von 5000m ist sowohl auf eine veränderte Compliance als auch auf eine Hypoxie zurückzuführen. Bei akuter Hypoxie wird trotz deutlicher Sauerstoffmangelsymptome und fehlender Höhenadaptation die Innenohrfunktion durch Kompensationsmechanismen möglichst lang aufrechterhalten.

Unterstützt durch: Bundeswehr, Flugmedizinisches Institut der Luftwaffe