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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Ein Ohr genügt? – Psychosoziale Belastung einseitig Ertaubter ein Jahr nach CI-Versorgung

Meeting Abstract

  • corresponding author Petra Kirchem - ICF - Uniklinik Freiburg, Freiburg
  • Thorsten Burger - Implant Centrum Freiburg, Freiburg
  • Stefanie Kröger - Implant Centrum Freiburg, Freiburg
  • Thomas Wesarg - Implant Centrum Freiburg, Freiburg
  • Susan Arndt - HNO-Universitätsklinik Freiburg, Freiburg
  • Antje Aschendorff - HNO-Universitätsklinik Freiburg, Freiburg
  • Roland Laszig - HNO-Universitätsklinik Freiburg, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod451

doi: 10.3205/12hnod451, urn:nbn:de:0183-12hnod4518

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Kirchem et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Ob einseitig Ertaubte nach medizinischer Indikation mit einem CI versorgt werden können, wird von den Kostenträgern im Einzelfall entschieden. Eine Ablehnung erfolgt meist mit dem Argument, dass der Patient noch ein gesundes Ohr zur Bewältigung seines Alltags habe. Dies warf die Frage nach der psychosozialen Belastung einseitig Ertaubter auf. Wir konnten im ersten Teil unserer Studie nachweisen, dass einseitig Ertaubte eine signifikant höhere psychosoziale Belastung aufweisen als die Normalbevölkerung. Im zweiten Teil der Studie untersuchen wir nun, ob sich nach Versorgung mit CI und entsprechender Rehabilitation am Implant Centrum Freiburg (ICF) die Psychosoziale Belastung der einseitig Ertaubten verändert.

Methode: Zu Beginn der Rehabilitation im ICF werden die Patienten mit Hilfe eines Leitfadens interviewt und mittels Skalen aus zwei standardisierten Fragebögen (IRES-3.1 von Jäckel et. al und B-L Liste von Zerssen) befragt. Nach einem Jahr Rehabilitation im ICF erfolgt die zweite Messung. Die beiden Messzeitpunkte werden hinsichtlich der Häufigkeit klinisch auffälliger Werte miteinander verglichen.

Ergebnisse: Eine erste Auswertung der Verlaufsdaten von bisher 8 Patienten ergab folgende signifikanten Ergebnisse: Die Patienten zeigen eine geringere Depressivität, eine geringere Belastung der Familien und mehr Funktionsfähigkeit im Beruf. Beim Vergleich der Patienten mit der Normalbevölkerung konnten hinsichtlich Psychischem Befinden, Sozialer Integration und Funktionsfähigkeit im Beruf nach einem Jahr keine signifikanten Unterschiede mehr festgestellt werden.

Schlussfolgerung: Für die einseitig ertaubten Patienten unserer Studie führte die Versorgung mit CI und die sich anschließende Rehabilitation zu mehr Normalität.