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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Biofilm-Nachweis auf Mittelohrprothesen

Meeting Abstract

  • corresponding author Natalie Kanaan - MHH Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Hannover
  • Andreas Winkel - MHH Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde, Hannover
  • Burkard Schwab - MHH Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Hannover
  • Anke Lesinski-Schiedat - MHH Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Hannover
  • Maike Stiesch - MHH Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde, Hannover
  • Thomas Lenarz - MHH Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod446

doi: 10.3205/12hnod446, urn:nbn:de:0183-12hnod4463

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Kanaan et al.
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Gliederung

Text

Die Verwendung von Mittelohrprothesen zur funktionellen Rekonstruktion der Übertragungsfunktion der Gehörknöchelchenkette stellt ein etabliertes Verfahren dar. Zur Anwendung kommen Metall-, Kunststoff- oder Keramikprothesen.

Aufgrund der Keimflora im Mittelohr und der chronischen entzündlichen Prozesse unabhängig von mittelohrchirurgischen Maßnahmen kann die Ausprägung mikrobieller Besiedlung der Prothesen-Oberfläche und Formierung von sog. Biofilmen eine wesentliche Rolle im funktionellen Erhalt des operativen Ergebnis spielen. Die Bildung von Biofilmen verschafft Bakterien einen Selektionsvorteil und ist als eine wichtige Ursache vieler chronischer Infektionen im HNO Bereich beschrieben.

Um die Rolle solcher Biofilme für Mittelohr- und Implantat-Infektionen zu klären, wurden zunächst in einer prospektiven Studie explantierte Mittelohrprothesen (bis Ende 2011 n=15) auf die Existenz von Biofilmen bzw. auf eine Keimbesiedelung hin untersucht.

Dazu wurden explantierte Mittelohrprotesen randomisiert in zwei verschiedene Gruppen aufgeteilt. In einer Gruppe wurden die jeweiligen Prothesenoberflächen mittels konfokaler Laser-Scanning Mikroskopie (CLSM) auf Biofilmbesiedlung hin untersucht. In der zweiten Gruppe erfolgte eine PCR / SSCP-Analyse der explantierten Prothesen, um die Existenz von mikrobieller DNA nachzuweisen und die Keime entsprechend zu identifizieren. Hier ließ sich ein vermehrtes Vorkommen von Pseudomanas aeruginosa feststellen.

Mit Hilfe der gewonnen Erkenntnisse gilt es nun therapeutische Ansätze zur Prophylaxe und Bekämpfung pathogener Biofilme im Mittelohr zu entwickeln und auf diese Weise einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung von Infektionen und Implantatausfällen bei unseren Patienten zu leisten.