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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Prognostischer Wert der BERA und der Vestibularisprüfung in Bezug auf das funktionelle Ergebnis bei transtemporaler Akustikusneurinomresektion

Meeting Abstract

  • corresponding author Christian Ginzkey - Univ.-HNO-Klinik Würzburg, Würzburg
  • Matthias Scheich - Univ.-HNO-Klinik, Würzburg
  • Wafaa Shehata-Dieler - Univ.-HNO-Klinik, Würzburg
  • Rudolf Hagen - Univ.-HNO-Klinik, Würzburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod407

doi: 10.3205/12hnod407, urn:nbn:de:0183-12hnod4070

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Ginzkey et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der transtemporale Zugang zur Resektion von Akustikusneurinomen bietet gute funktionelle Ergebnisse. Verschiedene Parameter konnten zur prognostischen Aussage über das postoperative Hörergebnis evaluiert werden. Eine wichtige Rolle spielt hierbei die Hirnstammaudiometrie.

Methoden: Retrospektiv wurden die prä- und postoperativen audiologischen Daten sowie die Ergebnisse aus der präoperativen Vestibularisprüfung evaluiert. Eingeschlossen wurden 70 Patienten, die in dem Zeitraum 10/2007 bis 10/2010 an einem Akustikusneurinom operiert wurden. Die Hörfunktion wurde nach Gardner und Robertson (GR) klassifiziert.

Ergebnisse: 11,4% der Patienten (Gruppe A) zeigten in der präoperativen BERA normale oder allenfalls grenzwertige Latenzen. 67,1% (Gruppe B) wiesen eine deutliche Latenzverschiebung auf und bei 21,4% der Patienten (Gruppe C) ließen sich keine BERA Wellen trotz gutem Hörvermögen identifizieren. Aus Gruppe A konnte postoperativ ein nutzbares Hörvermögen (GR 1 + 2) in 87, 5%, in Gruppe B von 70,2% und in Gruppe C von 41,7% erreicht werden. Patienten mit einer normalen kalorischen Erregbarkeit der Vestibularorgane erreichten postoperativ in 66,7% GR 1+2 und Patienten mit einer Unterfunktion in 67,9%. Bei einem bereits präoperativ festgestellten Ausfall betrug der Prozentsatz an GR 1+2 lediglich 50%.

Schlussfolgerung: Die Hirnstammaudiometrie bietet eine gute Möglichkeit zur Abschätzung des Risikos der postoperativen Hörverschlechterung. Als Ursache für eine mangelnde Ableitbarkeit von BERA Wellen trotz gutem Hörvermögen wird eine stärkere Adhärenz des Tumors am N. cochlearis diskutiert, die intraoperativ intensivere Manipulation am Nerven notwendig macht. Daneben können sich auch die fehlende Möglichkeit eines zuverlässigen intraoperativen BERA Monitorings bei diesen Patienten negativ auf das Hörergebnis auswirken.