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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Adenoviraler Gentransfer von Atoh1 als Ansatz zur Behandlung von lärminduzierter Schwerhörigkeit und Tinnitus im Tiermodell der Ratte

Meeting Abstract

  • corresponding author Davina Gassner - HNO-Klinik der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt/M.
  • Dianne Durham - Dept. of Otolaryngology-Head and Neck Surgery, University of Kansas Medical Cent, Kansas City, USA
  • Thomas Imig - Dept. of Otolaryngology-Head and Neck Surgery, University of Kansas Medical Cent, Kansas City, USA
  • Timo Stöver - HNO-Klinik der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt/M.
  • Hinrich Staecker - Dept. of Otolaryngology-Head and Neck Surgery, University of Kansas Medical Cent, Kansas City, USA

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod403

doi: 10.3205/12hnod403, urn:nbn:de:0183-12hnod4039

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Gassner et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Gentherapeutische Strategien zum Ersatz verlorener Sinneszellen des Innenohres beinhalten die Transplantation von Stammzellen oder die Induktion von cochleären Vorläuferzellen zur Differenzierung in Haarzellen. Der Transkriptionsfaktor Atoh1 (Math1) ist das zuerst exprimierte haarzellspezifische Gen bei der Entwicklung von vestibulären und cochleären Sinneszellen und deshalb ein vielversprechender Ansatzpunkt einer vektorvermittelten Regeneration von Haarzellen. Die dauerhafte lärminduzierte Schwerhörigkeit geht mit einer Schädigung des Corti’schen Organs einher und ist häufig mit dem Symptom Tinnitus assoziiert.

Methoden: Männliche Long-Evans Ratten (Alter: 12-16 Wochen) wurden monaural einem 16kHz Sinuston einer Lautstärke von 118dB über 4 Stunden exponiert. Das funktionelle Hörvermögen wurde mittels BERA u. DPOAE bis zu zwei Monate nach akutem Lärmtrauma erfaßt. Tinnitus wurde verhaltensbiologisch mittels der Methode “Gap-Detection” festgestellt. 14 Tage nach der Lärmnoxe wurde ein adenoviraler Vektor der neuen Generation mit dem Gen Atoh1 in den lateralen Bogengang des Tieres injiziert.

Ergebnisse und Schlußfolgerung: Ein reproduzierbarer cochleärer Schaden mit einer Hörschwelle von 40-60 dB SPL läßt sich bei der Frequenz 16kHz unter den genannten Rahmenbedingungen erzielen. Das Symptom Tinnitus hingegen wird nicht in jedem Tier erfaßt. Die Applikation des adenoviralen Vektors mit dem Gen Atoh1 führt nicht zu einer signifikanten Verbesserung der Hörschwelle.

Daher ist die frequenzspezifische Regeneration von Haarzellen aus Stützzellen des Innenohres Gegenstand weiterer Untersuchungen und vielleicht entscheidend für ein funktionell befriedigendes Ergebnis bei der Gentherapie des Innenohres.

Unterstützt durch: Department of Defense grant PR081241