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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Therapieoptionen beim Vestibularisschwannom – aktueller Stand und Ergebnisse des interdisziplinären Bucher-Behandlungsmanagements

Meeting Abstract

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  • corresponding author David Fuchs - Helios Kliniken, HNO-Klinik, Berlin
  • Marc Bloching - Helios Klinikum Berlin Buch, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod400

doi: 10.3205/12hnod400, urn:nbn:de:0183-12hnod4006

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Fuchs et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Derzeitige Behandlungsmöglichkeiten des Vestibularisschwannoms umfassen die Beobachtung (“Wait&Scan”), die Bestrahlung, die chirurgische Entfernung sowie die Kombination beider. Für die Wahl der Therapie gibt es nach wie vor differente Ansichten. Oberste Priorität hat der Erhalt der Lebensqualität.

Methoden: Literaturrecherche von relevanten Metaanalysen und Studien sowie die retrospektive Untersuchung der bei uns von 2009-2011 behandelten Patienten (n=70) mit einem Vestibularisschwannom.

Ergebnisse: Laut Literatur kommt es bei ca. 46% der Tumoren ohne Behandlung zu einem Wachstum. Ca. 85-95% der kleinen Tumoren (<12 mm) können durch eine stereotaktische Bestrahlung kontrolliert werden; bei großen Tumoren kommt es jedoch in 30% der Fälle zu einem erneuten Wachstum. Ein Hörerhalt ist bei gutem initialen Hörvermögen in ca. 60% möglich. In den Jahren 2009-2011 wurden 70 Patienten mit einem Vestibularisschwannom in unserem Haus behandelt, wovon 33% (n=23) beobachtet (Wait&Scan), 29% (n=20) bestrahlt und 38% (n=27) operativ therapiert wurden. In den meisten Fällen war ein Gehörerhalt möglich. Schwindel trat bei 12 Patienten prä- und bei 15 Patienten postoperativ auf, bei 3 von 6 Patienten nach Radiatio. In 2 Fällen kam es zu einer temporären, postoperativen Fazialisparese.

Schlußfolgerung: Patienten mit Vestibularisschwannom können mittlerweile durch enorme Fortschritte in der Behandlung erfolgreich therapiert werden. Es ist jedoch immer ein individuelles Konzept erforderlich, da alle Behandlungsmethoden Vor- und Nachteile aufweisen und von den Symptomen und der Tumorgröße bzw. -lokalisation abhängig sind. Für den Vergleich der einzelnen Strategien sind in Zukunft prospektive, randomisierte Studien erforderlich, um genauere Aussagen treffen zu können.