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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Veränderung des Schmeckvermögens bei Patienten mit Vestibularisschwannom

Meeting Abstract

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  • corresponding author Patrick Boeßert - Hals-Nasen-Ohrenklinik, Mainz
  • Carina Grüttner - HNO Uni Mainz, Mainz
  • Wolf Mann - HNO UNI Mainz, Mainz
  • Boris Haxel - HNO UNi Mainz, Mainz

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod365

doi: 10.3205/12hnod365, urn:nbn:de:0183-12hnod3650

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Boeßert et al.
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Gliederung

Text

Das Vestiularisschwannom ist ein gutartiger Tumor. Klinisch wird die Erkrankung durch die Kardinalsymptome einseitige Hörminderung, Tinnitus und Gleichgewichtsstörungen auffällig. Auf Grund der anatomischen Enge im Bereich des inneren Gehörganges kann es auch zu Affektionen des N. fazialis und N. intermedius kommen. Die Symptome reichen von Krokodilstränen, trockenen Augen über eine Fazialisparese bis zu Schmeckstörungen. Ziel dieser Untersuchung ist es das bisher wenig beachtete Symptom der Schmeckstörung mit einem gut validierten Schmecktest zu untersuchen.

Bei Patienten mit einem einseitigen, anhand einer MRT-Untersuchung diagnostizierten Vestibularisschwannom wurde das Schmeckvermögen mit Taste Strips untersucht. Hierbei wurden die 4 Grundqualitäten seitengetrennt untersucht und mit zur Verfügung stehenden Normwerten verglichen. Die Einflussfaktoren Alter, Geschlecht und Raucherstatus wurden berücksichtigt.

Nach Auswertung der Daten von 18 Studienteilnehmern, zeigte sich ein mittleres Alter von 50,4 Jahren und eine Geschlechtsverteilung von 56% Frauen gegenüber 44% Männern. Ein pathologischer Schmecktest im Bereich der vorderen Zunge als Versorgungsgebiet der Chorda tympani wurde bei jedem 2. Patienten ermittelt. Von diesen hatten wiederum 44% einen signifikant schlechteren Schmeckwert auf der dem Tumor zugehörigen Zungenseite. Besonders die Qualitäten salzig und bitter zeigten eine Beeinträchtigung, die Wahrnehmung von süß war am stabilsten.

Bei Patienten mit Vestibularisschwannom kann mittels psychophysischer Testung ein Defizit des Schmeckvermögens als Ausdruck einer Beeinträchtigung des N. intermedius festgestellt werden. Die Bestimmung des Schmeckvermögens sollte bei allen Patienten mit einem Vestibularisschwannom vorgenommen werden.