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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Neue Erkenntnisse zur Pathogenese des akuten Hörsturzes – Ergebnisse einer kontrollierten Feldstudie bei der Anwendung der H.E.L.P.-Apherese

Meeting Abstract

  • corresponding author Thomas Berger - HNO-Klinik, Universität Leipzig, Leipzig
  • Thorsten Kaiser - Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik, U, Leipzig
  • Markus Scholz - Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie, Universität L, Leipzig
  • Andreas Dietz - HNO-Klinik, Universität Leipzig, Leipzig
  • Joachim Thiery - Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik, U, Leipzig

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod362

doi: 10.3205/12hnod362, urn:nbn:de:0183-12hnod3629

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Berger et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Ätiologie sowie Pathogenese beim akuten Hörsturz ist nur unzureichend geklärt. Die Behandlung mittels Plasmapherese versucht über eine drastische Senkung der Lipidproteine eine Verbesserung der Mikrozirkulation am Corti-Organ zu bewirken. Dies führt jedoch nicht bei allen Anwendungen zu einem Therapieerfolg. Das Verständnis der Rolle von Zytokinen und Metabolomen beim akuten Hörsturz könnte neue Therapieansätze geben.

Methoden: Im Rahmen einer prospektiven Studie wurden 100 Patienten mit einem akuten Hörsturz mit definierten Einschlußkriterien und „intend to treat“-Ansatz innerhalb eines definierten Zeitraums einmalig mit einer H.E.L.P.-Apherese behandelt. Unmittelbar vor und nach der Apherese sowie am 1., 5. und 10 Tag nach der Behandlung wurden bei allen Patienten Blutentnahmen durchgeführt. Die Auswertung der Daten erfolgte im Gesamtkollektiv sowie getrennt nach Therapieerfolg.

Ergebnisse: Im Rahmen der Studie wurde eine umfassende Datenmatrix des Proteoms sowie der enzymkinetischen Veränderungen durch eine Plasmaapherese erstellt. Insbesondere Immunmodulatoren, wie Zytokine (IL-6, TNF-α) und Chemokine (Fractalkine) zeigten erstmals beschriebene Zusammenhänge mit dem Therapieansprechen.

Schlussfolgerungen: Die gewonnenen Daten adressieren die Rolle der Interaktion von Zytokinen und Metabolomen beim akuten Hörsturz. Die Interpretation der Subgruppenanalyse eröffnet die detailliertere Betrachtung dieses pathogenetisch neuen Feldes. Der Vortrag versucht, Ansätze einer Mustererkennung darzustellen.