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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Kaposi-Sarkom der Wange bei HIV-Negativität

Meeting Abstract

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  • corresponding author Julian Benjamin Pump - Univ.-HNO-Klinik Bonn, Bonn
  • Andreas Schröck - Univ.-HNO-Klinik, Bonn
  • Friedrich Bootz - Univ.-HNO-Klinik, Bonn

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod287

doi: 10.3205/12hnod287, urn:nbn:de:0183-12hnod2870

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Pump et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das Kaposi Sarkom [KS] ist vor Allem als HIV-assoziiertes Malignom bekannt, welches meist multizentrisch im Bereich der Haut und Schleimhaut auftritt.

Fallbericht: Ein 59-jähriger Mann osteuropäischer Herkunft stellte sich mit einer etwa 15 mm großen lividen Hautverfärbung und Induration im Bereich der rechten Wange vor. Zwei Monate zuvor war ein Tumor des rechten Zungenrandes exzidiert und als Kaposi-Sarkom diagnostiziert worden. Die präoperative PET-CT zeigte einen unauffälligen Befund. Eine immunologische Untersuchung konnte einen Immundefekt ausschließen. Die Raumforderung der Wange wurde reseziert.

Ergebnisse: Histopathologisch ergab sich ein R0-reseziertes Kaposi-Sarkom mit partieller intranukleärer positiver Reaktion für HHV-8.

Eine weitere adjuvante Therapie wurde im interdisziplinären Tumorboard als nicht notwendig erachtet.

Schlussfolgerung: Beim Kaposi-Sarkom handelt es sich um einen Haut-/Schleimhauttumor, der primär bei vier Risikogruppen auftritt: 1.) ältere Männer aus Osteuropa oder dem Mittelmeerraum, 2.) Kinder und Erwachsene aus Zentralafrika, 3.) HIV-positive Männer und 4.) immunsupprimierte Patienten. Bezugnehmend auf diese Gruppen sowie das klinische Ausmaß samt Prognose klassifiziert man das KS in das klassische KS, das endemische (syn. afrikanische) KS, das AIDS-KS und das iatrogene (medikamentös induzierte Immunsuppression) KS.

Ferner hat sich gezeigt, daß das Humane Herpesvirus 8 (HHV-8) eine zentrale Rolle in der Tumorgenese des KS spielt. Ob es sich beim KS um ein echtes Malignom oder eine reaktive Ätiologie handelt ist nicht sicher geklärt.

Für Patienten mit einem singulären Auftreten des Tumors ist die chirurgische Exzision die Therapie der Wahl. Beim multifokalen Auftreten sind eine Radio- und/oder Chemotherapie die Therapieoptionen.