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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Strahlenbiologische Charakterisierung humaner Oropharynxkarzinom-Zelllinien

Meeting Abstract

  • corresponding author Christina Mayer - Klinik für HNO-Heilkunde Gießen, Forschungslabor, Giessen
  • Steffen Wagner - Klinik für HNO-Heilkunde Gießen, Forschungslabor, Giessen
  • Claus Wittekindt - Klinik für HNO-Heilkunde, Giessen
  • Andrea Arenz - Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Marburg
  • Maike Roth - Klinik für HNO-Heilkunde Gießen, Forschungslabor, Giessen
  • Frank Ziemann - Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Marburg
  • Jens Peter Klußmann - Klinik für HNO-Heilkunde, Giessen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod272

doi: 10.3205/12hnod272, urn:nbn:de:0183-12hnod2720

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Mayer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Oropharynxkarzinome (OSCC) sind zu einem Großteil mit einer Infektion durch humane Papillomaviren (HPV) assoziiert. Derzeit erfolgt keine therapeutische Unterscheidung bei HPV-positiven und -negativen OSCC-Patienten, wenngleich HPV-assoziierte Karzinome weniger strahlenresistent sind. In dieser Studie wird die Radiosensitivität HPV-positiver und -negativer OSCC-Zelllinien experimentell gegenübergestellt.

Methoden: Es wurden Zellzyklusanalysen bei 8 immortalen OSCC-Zelllinien mit bekanntem HPV-Status nach Bestrahlung mittels Durchflusszytometrie durchgeführt. Weiterhin wurde das Überleben nach Strahlenexposition durch Koloniebildungstests untersucht.

Ergebnisse: Exposition mit Photonen-Dosen von 2-8 Gy bestätigten eine hohe Strahlensensitivität HPV-positiver OSCC-Zelllinien, wobei das Überleben innerhalb dieser Gruppe auch variierte. HPV-negative Zelllinien wiesen eine erhöhte Strahlenresistenz auf verglichen mit HPV-positiven. Insgesamt betrug der SF2-Wert (Surviving Fraction nach 2 Gy) der getesteten HPV-positiven OSCC im Schnitt lediglich 71% des Wertes der HPV-negativen Zellen. In der Analyse der relativen Zellzyklus-Verteilung rief die Bestrahlung mit 2 und 6 Gy Photonen einen zeit- und dosisabhängigen Arrest aller OSCC-Zelllinien hervor. Besonders häufig wurde ein G2/M-Phasen-Arrest beobachtet.

Schlussfolgerung: Zelluläre Alterationen bedingen eine veränderte Strahlenempfindlichkeit bei HPV-positiven und -negativen OSCC-Zelllinien und begründen vermutlich die differierende Sensitivität von OSCC gegenüber ionisierender Strahlung. Therapeutisch eröffnet die Erforschung molekularer Veränderungen nach Radiation einen Weg hin zu zielgerichteter Tumortherapie.