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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Chromosomale Instabilität ist in Resektionsrändern von malignen Tumoren der Mundhöhle ein Prädiktor für lokale Rezidive

Meeting Abstract

  • corresponding author Bernd Kremer - Dep. of ORL Head & Neck Surg., Maastricht UMC+, Maastricht, Niederlande
  • Ernst-Jan M Speel - Department of Pathology, Maastricht University Medical Centre, Maastricht, Niederlande
  • Verena E Bergshoeff - Atrium Medical Centre, Heerlen, Niederlande
  • Damiana DCG Pierssens - Department of Otorhinolaryngology, Head & Neck Surgery, Maastricht University Me, Maastricht, Niederlande
  • Bernd Lethaus - Deparment of Maxillofacial Surgery, Maastricht University Medical Centre, Maastricht, Niederlande
  • Peter Kessler - Daeparment of Maxillofacial Surgery, Maastricht University Medical Centre, Maastricht, Niederlande

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod255

doi: 10.3205/12hnod255, urn:nbn:de:0183-12hnod2557

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Kremer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Trotz erheblicher Anstrengungen ist es in den letzten Jahrzehnten nicht gelungen, das Auftreten lokaler Rezidive nach ablativer Chirurgie von Mundhöhlentumoren deutlich zu reduzieren. Eine mögliche Ursache ist das Zurückbleiben potentiell maligner Zellen (minimal residual disease)oder prämaligner Zellgruppen in den Resektionsrändern.

Der Nachweis chromosomaler Instabilität in diesen histopathologisch tumorfreien Resektionsrändern könnte eine Möglichkeit bieten, das Risiko für das Auftreten eines Rezidivs einzuschätzen.

Methoden: Wir untersuchten alle histopathologisch untersuchten Resektionsränder (n=151) von 19 Patienten mit radikal entfernten Plattenepithelkarzinomen der Mundhöhle. Das Vorliegen einer chromosomalen Instabilität wurde mittels luorescence in situ Hybridisation(FISH) nachgewiesen, wobei das Vorliegen einer chromosomalen Dysbalanz und/oder Polyploidie der Chromosome 1 und 7 als Instabilität gewertet wurde. Zusätzich erfolgte eine p53 Expressionsanalyse der Gewebeproben mittels Immunfärbung. Das minimale Follow-up betrug 5 Jahre.

Ergebnisse: Von 19 Patienten entwickelten 8 ein Rezidiv. Bei 7 dieser 8 Patienten konnte mittels FISH genetische Instabilität in mindestens einem Resektionsrand nachgewiesen werden (p=0,02). Überexpression von p53 korrelierte sowohl im Tumorgewebe, als auch in den Resektionsrändern nicht signifikant mit dem Auftreten eines Rezidivs p=0.16 und p=0.09).

Schussfolgerungen: Das Risiko für das Auftreten eines lokalen Rezidivs eines Plattenepithelkarzinoms der Mundhöhle kann mittels Untersuchung der histologisch tumorfreien Resektionsränder auf chromosomale Instabilität zuverlässig eingeschätzt werden.