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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Alteration von Immunzellen durch Kopf-Hals-Tumoren

Meeting Abstract

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  • corresponding author Sabrina Jeske - Klinik für HNO UKSH Lübeck, Lübeck
  • Ralph Pries - HNO UKSH Campus Lübeck, Lübeck
  • Barbara Wollenberg - HNO UKSH Campus Lübeck, Lübeck

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod249

doi: 10.3205/12hnod249, urn:nbn:de:0183-12hnod2493

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Jeske et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Es konnte nachgewiesen werden, dass Plattenepithelkarzinome des Kopf-Hals-Bereiches (HNSCC) gut von Effektorzellen des Immunsystems infiltriert werden. Trotzdem zeigt sich bei Patienten eine deutliche Verminderung der zellvermittelten Immunfunktionen. Plasmazytoide dendritische Zellen (pDC) konnten in soliden Tumoren und in deren drainierenden Lymphknoten nachgewiesen werden. pDCs sind neben ihrer Funktion als Antigen-präsentierende Zellen zusätzlich durch die Bildung von großen Mengen an Typ I IFN (IFN-α und IFN-β) charakterisiert wodurch eine TH1 Antwort eingeleitet wird. HNSCC induziert durch die Modulation der pDCs jedoch eine Anergie und somit eine Toleranz des Immunsystems.

Methoden: pDCs wurden mittels immunomagnetischer Separation durch spezifische BDCA-4 Antikörper aus peripherem Blut isoliert und im Durchflusszytometer charakterisiert. Die isolierten Zellen wurden in Überständen und mit Zellen verschiedener permanenter HNSCC Zelllinien inkubiert und anschließend hinsichtlich ihrer CpG ODN induzierbaren Zytokinsekretion mittels ELISA und der Veränderungen ihrer Rezeptoren mittels FACS analysiert.

Ergebnisse: In dieser Arbeit zeigen wir, dass lösliche Faktoren des Tumormilieus die Immunmodulation und die Minderung der IFN-α Sekretion bewirken und dass dieser Mechanismus teilweise durch Antikörper blockierbar ist. Wir konnten nachweisen dass Interleukin 10 als Faktor im Mikromilieu von HNSCC die CpG induzierte IFN-α Sekretion von pDCs unterbindet. Diese Wirkung ist teilweise durch den Rezeptorantikörper blockierbar. In weiteren Untersuchungen zeigte sich eine von Interleukin 6 abhängige Wirkung des Interleukin 10 auf die Immunfunktion der pDCs.

Schlussfolgerung: Die Identifikation der löslichen Faktoren im HNSCC Mikromilieu bietet neue Ansätze zur genaueren Charakterisierung der tumorspezifischen Wirkung auf das humane Immunsystem und Entwicklung neuer Therapieansätze.