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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Ein seltener oropharyngealer Befund – Das primäres Merkelzell-Karzinom der Tonsille

Meeting Abstract

  • corresponding author Laura Hasselbring - HNO- Uniklinik Köln, Köln
  • Matthias Schmidt - Nuklearmedizin- Uniklinik Köln, Köln
  • Cornelia Mauch - Dermatologie und Venerologie- Uniklinik Köln, Köln
  • Birgid Markiefka - Pathologie- Uniklinik Köln, Köln
  • Dirk Beutner - HNO-Uniklinik Köln, Köln

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod235

doi: 10.3205/12hnod235, urn:nbn:de:0183-12hnod2353

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Hasselbring et al.
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Gliederung

Text

Das Merkel-Zell-Karzinom ist ein seltener, neuroendokriner, hochmaligner Tumor, welcher von den Merkel-Zellen der Oberhaut ausgeht. Die typischerweise im hohen Lebensalter auftretenden und solide, rötlich-kugelig aussehenden Tumore wachsen bevorzugt an lichtexponierten Hautstellen des Kopf-Hals-Bereiches mit einem Durchmesser von weniger als 2 cm. Je nach Größe und Ausdehnung des Befundes besteht die adäquate Behandlung in einer chirurgischen Therapie und/oder Radiotherapie und/oder Polychemotherapie.

Wir berichten über den Fall einer 76jährigen Patientin mit der Diagnose eines primären MCP (Merkel-Zell-Polyomavirus) positiven Merkelzellcarcinoms ausgehend von der oropharyngealen Schleimhaut der rechten Tonsille mit cervikalen, axillären Lymphknotenmetastasen sowie einer Pankreasmetastase. Bei fortgeschrittener Erkrankung wurde von einer primär chirurgischen Therapie abgesehen und eine Radio-Rezeptor-Therapie eingeleitet. Zwei Zyklen mit 10 GBq 90Y-DotaTATE in Kombination mit Capecitabine führten zu einem deutlichen Ansprechen über 6 Monate bis es zur erneuten Tumorprogression mit letalem Ausgang kam. Anhand dieser Kasuistik wird das klinische Management dieser seltenen Erkrankung diskutiert.