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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) für Patienten mit Kopf-Hals-Karzinomen – Analyse der ersten Patienten

Meeting Abstract

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  • corresponding author Jens Büntzel - HNO-Klinik, Südharzkrankenhaus Nordhausen, Nordhausen
  • Heike Büntzel - Palliativstation, Südharz-Krankenhaus, Nordhausen
  • Claudia Donner - Praxis, Nordhausen
  • Karina Meier - MVZ Südharz-Krankenhaus, Nordhausen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod210

doi: 10.3205/12hnod210, urn:nbn:de:0183-12hnod2108

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Büntzel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Seit 01.04.2007 gibt es einen Anspruch der Patienten auf SAPV. Welche Auswirkungen hat dies auf die Versorgung von HNO-Tumorpatienten?

Methoden: Zwischen 01.01.2011 und 30.11.2011 wurden in das SAPV-System Nordthüringens 190 Patienten eingeschrieben, 25 von ihnen litten an einem HNO-Tumor. An Hand der online-Dokumentation wurde die Leitsymptomatik, die Therapieform sowie die Symptomatik aus Patienten- und ärztlicher Sicht (Visuelle Analogskala [VAS]: 0 [sehr gut] – 10 [sehr schlecht]) erfasst.

Ergebnisse: 3 Palliativmediziner betreuten die 25 Patienten (6 Frauen, 19 Männer) über median 23 Tage (Range 2-56 Tage). Aktuell sind 21/25 Patienten bereits verstorben, lediglich 3 hiervon stationär. Es wurden median 4 Hausbesuche (range 1-6) durch die Ärzte und 6 Hausbesuche (range 2-10) durch die Pflegekräfte des SAPV-Teams gefahren. Bei insgesamt 99 Hausbesuchen wurden 7 stationäre Notfall-Einweisungen notwendig. Tumorlokalisationen waren der Mundboden (n=6), der Oro- und Hypopharynx (n=12), der Larynx (n=4) sowie jeweils einmal Gehörgang, Trachea und Ösophagus. Indizierende Komplexsymptomatik für SAPV waren nicht beherrschte Wundverhältnisse (n=6), massive Schmerzen (n=5), gastrointestinale Störungen (n=8), psychiatrische Symptome (n=3), Luftnot (n=6), Blutungen(n=3, soziale Krisensituationen (n=5). VAS-Symtomänderungen durch SAPV (Patient/Arzt): Wunde -4/-2, Schmerzen -2/-4, gastrointestinale Störungen -3/-3, psychiatrische Symptomatik -1/+2, Blutungen -4/0, Luftnot -3/-3, soziale Krise -2/-5.

Zusammenfassung: Am Lebensende ermöglicht SAPV auch für Patienten mit HNO-Tumoren eine Versorgung in häuslicher Umgebung. Im Vordergrund stehen gastointestinale Störungen, exulzerierende Wunden und Luftnot, die einer besonderen Beachtung des betreuenden SAPV-Teams bedürfen.