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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

EGFR- und P-gp-Expression in oropharyngealer Schleimhaut von Tumor-Patienten und Kontrollen in Relation zu Tabakkonsum und HPV-Status der Tumoren

Meeting Abstract

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  • corresponding author Philipp Baumeister - HNO, Klinikum Großhadern, München
  • Christian Welz - HNO, Klinikum Großhadern, München
  • Maximilian Reiter - HNO, Klinikum Großhadern, München
  • Ulrich Harréus - HNO, Klinikum Großhadern, München

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod200

doi: 10.3205/12hnod200, urn:nbn:de:0183-12hnod2008

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Baumeister et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: EGFR-Expression und HPV-Assoziation oropharyngealer Plattenepithelkarzinome sind wichtige prognostische Faktoren. Während eine hohe EGFR-Expression mit einer schlechten Prognose korreliert, ist eine HPV-Assoziation des Tumors prognostisch äußerst günstig. Darüber hinaus, verhalten sich diese Marker umgekehrt proportional. In früheren Untersuchungen konnten wir zeigen, dass die Stimulation des EGFR die Schleimhautzellen vor den DNA-schädigenden Effekten eines (Tabak-)Karzinogens schützt. P-gp kann Karzinogene aus Zellen herauspumpen und wird durch EGFR-aktivierte zelluläre Signalwege reguliert.

Material und Methoden: Ziel der Studie war die Evaluation der EGFR- und P-gp-Expression in gesunder oraler/oropharyngealer Schleimhaut von Tumorpatienten und Kontrollen, sowie die Untersuchung der Expressionsmuster hinsichtlich möglicher Verbindungen zu den Risikofaktoren Tabakkonsum und HPV-Infektion. Die Expression der Proteine wurde immunhistochemisch detektiert.

Ergebnisse: Die Expression des EGFR und P-gp war signifikant höher in der Schleimhaut von gegenwärtigen und ehemaligen Rauchern verglichen mit Nicht-Rauchern. Die Expression der Proteine korrelierte miteinander. Interessanterweise stammten alle Proben, die keine detektierbare P-gp-Expression aufwiesen, von Nicht-Rauchern.

Es konnte keine Verbindung zwischen der EGFR-/P-gp-Expression und der HPV-Assoziation der Tumoren festgestellt werden.

Schlussfolgerung: P-gp ist eine Effluxpumpe für verschiedene Xenobiotoika, darunter Tabakkarzinogene. EGFR erhöhte die Aktivität des P-gp in (chemoresistenten) Zelllinien. Daher können hohe Expressionslevels von EGFR/P-gp, die in gesunder Schleimhaut und Tumoren von Rauchern festgestellt wurden, als Reaktion auf die jahrelange Einwirkung von Karzinogene gesehen werden. Allerdings sind sie ebenso mit der Resistenzentwicklung gegenüber Chemotherapeutika assoziiert.