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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Invasive Aspergillose der Orbita – eine differentialdiagnostische Herausforderung

Meeting Abstract

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  • corresponding author Susann Roos - HNO-Klinik Bad Saarow, Bergfelde
  • Florian Bast - HNO-Klinik Bad Saarow, Bad Saarow
  • Richard Schabath - Innere Klinik Bad Saarow, Bad Saarow
  • Thomas Schrom - HNO-Klinik Bad Saarow, Bad Saarow

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod185

doi: 10.3205/12hnod185, urn:nbn:de:0183-12hnod1850

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Roos et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die invasive Aspergillose ausgehend von den Nasennebenhöhlen ist ein seltenes Krankheitsbild, das vorwiegend bei immunsupprimierten Patienten auftritt. Durch hämatogene Aussaat und thrombotische Gefäßverschlüsse kann es zu einer zerebralen disseminierten Pilzinfektion kommen, die mit einer Letalitätsrate von 80-95% einhergeht.

Kasuistik: Wir berichten über einen 77-jährigen Patienten, der aufgrund eines seit fünf Tagen progredienten Exophthalmus links vorgestellt wurde. Als Grunderkrankung war ein myelodysplastisches Syndom mit Panzytopenie bekannt. Im klinischen Untersuchungsbefund zeigte sich eine massive Schwellung des Ober- und Unterlids links, der linke mittlere Nasengang war mit hyperplastischer Schleimhaut verlegt. Eine Einschränkung des Visus oder der periorbitalen Sensibilität wurden nicht angegeben. In der MRT des Kopfes bestand der V.a. eine Orbitaphlegmone links. Es erfolgte unter hochdosierter antibiotischer Abschirmung mit Clindamycin, Tazobactam und Piperacillin die operative endonasale Orbitadekompression links. Initial kam es postoperativ zu einer Besserung, im weiteren Verlauf stagnierten aber sowohl die laborchemischen Entzündungsparameter als auch der klinische Befund.

Differentialdiagnostisch kam eine Pilzinfektion als Ursache der peristierenden Entzündung in Frage, so dass ergänzend eine hochdosierte antimykotische Therapie mit liposomalem Amphotericin B eingeleitet wurde. Darunter zeigten sich eine weitere Befundregredienz und ein Rückgang der Entzündungsparameter. Eine Amaurose des linken Auges konnte dennoch nicht verhindert werden.

Schlussfolgerung: Bei immunsupprimierten Patienten muss bei einer akuten fulminanten Sinusitis mit einer progredienten Symptomatik trotz maximaler Therapie immer eine invasive Pilzinfektion differentialdiagnostisch bedacht werden. Durch rechtzeitige chirurgische und antimykotische Therapie kann das Eintreten lebensbedrohlicher Komplikationen reduziert werden.