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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Gartenkreuzspinnenbiss mit Folgen, ein Fallbericht

Meeting Abstract

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  • corresponding author Andreas Köhl - Universitätsklinik Ulm, Ulm
  • Gerhard Rettinger - HNO Universitätsklinik Ulm, Ulm
  • Jörg Lindemann - HNO Universitätsklinik Ulm, Ulm

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod182

doi: 10.3205/12hnod182, urn:nbn:de:0183-12hnod1820

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Köhl et al.
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Gliederung

Text

Einführung: Die Lymphadenitis colli ist eine häufige Erkrankung im Kopf-Hals-Bereich. Als Ursachen kommen bakterielle und virale Infektionen oder Erkrankungen des lymphatischen Systems in Frage.

Methoden: Wir stellen den Fall einer einseitigen Lymphadenitis colli bei einer 48-jährigen Patientin bedingt durch einen Spinnenbiss vor. Die Patientin war in die rechte Halsseite von einer einheimischen Gartenkreuzspinne gebissen worden. Etwa 3 Tage danach kam es zu einer rechtsseitigen Lymphknotenschwellung mit reduziertem Allgemeinzustand und Temperaturen um 39,5°C. Bei V.a. beginnende Halslymphknotenabszedierung erfolgte die stationäre Aufnahme.

Ergebnisse: In der Halssonographie zeigte sich ein Lymphknotenkonglomerat mit zentraler Einschmelzung. Die Entzündungswerte waren mäßig erhöht. Das Differentialblutbild sowie die Serologien auf CMV, EBV, Borrelien, Bartonella henselae und Toxoplasmose waren unauffällig. Nach i.v. Antibiose mit Cefuroxim ohne klinische Besserung und Verdacht auf Abszedierung erfolgte eine Lymphknotenbiopsie. Intraoperativ fand sich kein Pus, die Mikrobiologie ergab keinen Hinweis auf Erreger. Histopathologisch zeigte sich ein strukturgestörter Lymphknoten mit einer deutlichen T-Zell-Dominanz und einer erhöhten Proliferationsrate (ki67) von 30%. Die Klonitätsanalyse ergab ein polyklonales Bandenmuster ohne Hinweise auf ein Lymphom.

Schlussfolgerungen: Auch einheimische Spinnenbisse können zu einer Sekundärinfektion bedingt durch keimbesiedelte Cheliceren (Beisswerkzeuge) der Spinne führen. Häufig findet man histopathologisch eine T-Zell-dominierte Lymphadenopathie. Differentialdiagnostisch sollte immer ein Lymphom ausgeschlossen werden. Generell können Spinnen Überträger von verschieden pathogenen Keimen inklusive MRSA oder das HTL-Virus sein.