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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Nichttuberkulöse mykobakterielle Lymphadenitis bei Kindern – Differentialdiagnose und Therapie

Meeting Abstract

  • corresponding author Anna Maria Stefanie Buchberger - Hals-Nasen-Ohrenklinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Uni, München
  • Andreas Knopf - Hals-Nasen-Ohrenklinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Uni, München
  • Anna Katharina Haug - Hals-Nasen-Ohrenklinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Uni, München
  • Anja Pickhard - Hals-Nasen-Ohrenklinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Uni, München
  • Elias Scherer - Hals-Nasen-Ohrenklinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar, Technische Uni, München

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod177

doi: 10.3205/12hnod177, urn:nbn:de:0183-12hnod1770

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Buchberger et al.
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Gliederung

Text

Häufige Verursacher der subakuten/chronischen unilateralen zervikalen Lymphadenitis (LA) bei Kindern sind die nichttuberkulösen Mykobakterien (NTM), besonders der Mykobakterium avium Komplex (MAC). Im Unterschied zu den tuberkulösen Mykobakterien sind diese nicht wirtsabhängig und kommen ubiquitär vor. Klassisch tritt die NTM-LA bei immunkompetenten Kindern unter fünf Jahren auf.

Anhand von zwei Fallbeispielen stellen wir die differentialdiagnostischen Schwierigkeiten der kindlichen LA, sowie Therapie der NTM vor.

Fall 1: Konsiliarische Vorstellung eines 2-jährigen Patienten mit einer seit sechs Monaten bestehenden, größenprogredienten, präaurikulären Schwellung in der Glandula Parotis mit Fistelbildung und Sekretion bei Z.n. erfolgloser antituberkulöser Therapie (WHO-Schema). Im Verlauf erfolgt die radikale Fistelsanierung durch laterale Parotidektomie. Der Patient ist seit zwei Jahren beschwerdefrei.

Fall 2: Vorstellung einer 5-jährigen Patientin mit einer seit einem Monat bestehenden, zervikalen, größenfluktuierenden Schwellung. Im Verlauf erfolgt die Halslymphknotenresektion im Level II/III bei V.a. NTM, der via Kultur bestätigt wird.

Die vorliegenden Fälle weisen auf die Probleme in der Diagnostik und Therapie der durch MAC verursachten NTM-LA bei Kindern hin. Wie Fall 2 zeigt, kann diese komplikationslos und zeitnah nach Erstvorstellung erfolgreich chirurgisch geheilt werden. Studien bestätigen die operative Sanierung als Therapie der Wahl. Antituberkulöse Medikamente zeigen nachweislich, wie das erste Beispiel unterstreicht, wenig Effekt. Ein protrahierter Verlauf wie in Fall 1 kann durch das Ergänzen der NTM-LA zu den Differentialdiagnosen der unilateralen zervikalen LA bei Kindern und eine strukturierte Diagnostik vermieden werden.