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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Covert-Stents zur Blutstillung bei lebensbedrohlichen Carotisarosionsblutungenbei Patienten mit Kopf-Hals-Karzinomen

Meeting Abstract

  • corresponding author Christian Plettenberg - HNO-Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf
  • Thomas Klenzner - HNO-Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf
  • Kathrin Scheckenbach - HNO-Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf
  • Angelika Bormann - Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum, Düsseldorf
  • Bernd Turowski - Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum, Düsseldorf
  • Christiane Matuschek - Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Universitätsklini, Düsseldorf
  • Jörg Handschel - Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum, Düsseldorf
  • Daniel Hänggi - Neurochirurgische Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf
  • Felix Knapp - Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf
  • Jörg Schipper - HNO-Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod170

doi: 10.3205/12hnod170, urn:nbn:de:0183-12hnod1709

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Plettenberg et al.
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Gliederung

Text

Carotisarosionsblutungen (CAB) durch Radionekrosen bzw. Tumorinfiltrationen sind seltene Ereignisse bei Patienten mit Kopf-Hals-Karzinomen. Intervention mit Unterbinden oder Übernähen des blutenden Gefäß sind mit einer Mortalität/Morbidität von ~40%/~60% vergesellschaftet. Durch die Benutzung eines Covert-Stent (CS) kann der Blutfluss kontinuierlich aufrecht erhalten werden und cerebrale Komplikationsraten sinken. Wir untersuchten die Sicherheit und Wirksamkeit von intraluminalen Gefäß-Stents zur Kontrolle dieser akuten lebensbedrohlichen Blutungen.

Eine retrospektive Auswertung der Patientengeschichten von 5 Patienten (4 ♂, 1 ♀), die in der Vorgeschichte eine Behandlung eines Kopf-Hals-Karzinoms aufwiesen und akut aufgrund einer lebensbedrohlichen Blutung aus der A. carotis communis (ACC) oder interna (ACI) behandelt wurden, ergab bei 2 Patienten eine Tumorarrosionsblutung, bei 3 Patienten eine Arosion aufgrund einer Radionekrose.

Bei 4 Patienten wurde eine sofortige Blutstillung durch Implantation eines CS erreicht. Bei einem Patienten konnte kein CS platziert werden, so dass die Indikation zu einem Carotisinterponat gestellt wurde. Periprozedurale Komplikationen traten nicht auf. Neurologische Defizite (Hemiplegie) traten bei 1 von 5 Patienten direkt postinterventionell auf, sind aber eher als Folge der massiven Blutung zu werten. 4 von 5 Patienten sind in den Folgemonaten an ihrem Grundleiden verstorben. Die Mortalität war in keinem Zusammenhang mit dem CS oder der Intervention.

Akute lebensbedrohliche Blutung aus der ACC oder ACI bei fortgeschrittenen Erkrankungen von Patienten mit Kopf-Hals-Karzinomen können sicher und effektiv mit CS behandelt werden.