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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Mediane Halszysten und Halsfisteln – Eine Retrospektive Untersuchung vom Patientengut 1992–2011

Meeting Abstract

  • corresponding author Julie de Tristan - HNO Klinik Erlangen, Erlangen
  • Johannes Zenk - HNO Klinik Erlangen, Erlangen
  • Alessandro Bozzato - HNO Klinik Erlangen, Erlangen
  • Heinrich Iro - HNO Klinik Erlangen, Erlangen
  • Michael Koch - HNO Klinik Erlangen, Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod150

doi: 10.3205/12hnod150, urn:nbn:de:0183-12hnod1509

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 de Tristan et al.
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Gliederung

Text

Material und Methoden: In der Untersuchung wurden alle epidemiologischen Daten von Patienten (357) mit medianen Halszysten- und fisteln aufgenommen, die zwischen 1992 und 2011 an der HNO Klinik Erlangen operativ therapiert wurden. 276 Patienten mit medianer Halszyste, 81 mit medianer Halsfistel. Die erreichbaren Patienten wurden über das Langzeitergebnis interviewt.

Ergebnis: Die Verteilung von Halszysten zu Halsfisteln lag bei 3,4:1,0. Das Verhältnis Frauen (n=181) zu Männer (n=176) bei 1:1. Durchschnittsalter beim Auftreten der Beschwerden lag bei Zysten bei 26 Jahren, bei Fisteln bei 20 Jahren. 100% der Patienten bekamen präoperativ eine Halssonographie. Bei 99% der Patienten wurde neben der Zysten/Fistelentfernung eine Zugenbein(teil)resektion durchgeführt.

Bei 80% der Patienten gestaltete sich der postoperative Verlauf komplikationslos, schwerwiegende Komplikationen mit operativer Revision bei Blutung traten bei 2 Patienten auf. Rezidive ergaben sich bei 4,5% der Patienten. Bei 3 Patienten (0,8%) wurde innerhalb der Halszyste ein papilläres Schilddrüsenkarzinom diagnostiziert.

Diskussion: Als präoperative Diagnostik sollte die sonographische Darstellung der Halszyste bzw. -fistel, deren Beziehung zum Zungenbein und die Darstellung der Schilddrüse erste Wahl sein. Eine komplette Entfernung der Fistel- bzw. Zystenstruktur mitsamt des Zungenbeinkörpers ist zur Rezidivprophylaxe zu empfehlen. Eine operative Entfernung ist auch im Hinblick auf die seltene Diagnose eines Malignoms im Bereich einer medianen Halszyste zu empfehlen.