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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Ektopes Schilddrüsengewebe subglottisch und cervical Level II: 2 Fallberichte

Meeting Abstract

  • corresponding author Bettina-Maja Bücheler - Klinik für HNO-Heilkunde, Bonn
  • Wiebke Laffers - Universitätsklinikum Bonn, Bonn
  • Andreas O. H. Gerstner - Universitätsklinikum Bonn, Bonn
  • Hui Zhou - Pathologie Universitätsklinikum, Bonn
  • Friedrich Bootz - Universitätsklinkum Bonn, Bonn

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod145

doi: 10.3205/12hnod145, urn:nbn:de:0183-12hnod1454

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Bücheler et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Ektopes Schilddrüsengewebe tritt selten auf. Meist liegt eine Zungengrundstruma vor. Andere Lokalisationen von ektopen Gewebe finden sich häufig entlang des Ductus thyreoglossus.

Methoden: Wir berichten von einer 63-jährigen Patientin, die 1999 an einem Mammacarcinom erkrankt war. Im Rahmen der Nachsorge fiel in der CT eine subglottische Raumforderung mit einer Größe von 1,5 x 1,2 cm auf. Eine Verbindung zur Schilddrüse war in der CT nicht darstellbar. Die Patientin war beschwerdefrei. Die im Rahmen einer Mikrolaryngoskopie laserchirurgisch entfernte Raumforderung zeigte sich histologisch als ektopes Schilddrüsengewebe.

Im zweiten Fall war bei einer 47-jährige Patientin eine 3 x 3 cm große indolente Raumforderung links cercival Level II aufgetreten war. Bei einer linksseitigen Struma multinodosa wurde im Rahmen einer subtotalen Strumektomie links eine zusätzliche Raumforderung entfernt. Histologisch stellte sich Schilddrüsengewebe in der Raumforderung sowie eine Struma adenomatosa dar. Im weiteren Verlauf trat erneut eine Raumforderung links cervical auf. Dies zeigte sich histologisch nach Exstirpation erneut als ektopes Schilddrüsegewebe.

Ergebnisse: Während der Embryogenese wandert die Schilddrüse vom Zungengrund entlang des Ductus thyreoglossus. Entlang dieses Weges kann ektopes Schilddrüsengewebe auftreten. Noch seltener ist in der Literatur ein Auftreten submandibulär, in der Parotis, im Mediastinum, im Herzen und auch unterhalb des Zwerchfells beschrieben. Ektopes Schilddrüsengewebe tritt mit einer Häufigkeit von ca 1:100000–300000 auf.

Schlussfolgerung: Ektopes Schilddrüsen sollte differentialdiagnostisch in Betracht gezogen werden bei unklaren cervicalen oder trachealen/subglottischen Raumforderungen auch bei einer euthyroiden und orthotopen Schilddrüse.