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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Krankheitskosten von HPV-assoziierten Kopf-Hals-Karzinomen in Deutschland

Meeting Abstract

  • corresponding author Jens Peter Klußmann - HNO-Klinik, Universitätsklinikum Gießen, Gießen
  • Peter K. Schädlich - IGES Institut GmbH, Berlin
  • X Chen - IGES Institut GmbH, Berlin
  • Lionel Moro - Sanofi Pasteur MSD, Lyon, Frankreich
  • Renate Schulze-Rath - Sanofi Pasteur MSD, Leimen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod135

doi: 10.3205/12hnod135, urn:nbn:de:0183-12hnod1357

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Klußmann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Onkogene Humane Papillomaviren (HPV) sind in 16% bis 28% der Kopf-Hals-Karzinome je nach Lokalisation nachweisbar. In Deutschland gibt es hierzu kaum gesundheitsökonomische Daten. Ziel der Studie war die Ermittlung direkter Kosten durch Krankenhausbehandlung und stationäre Rehabilitation (Reha) sowie indirekter Kosten durch Arbeitsunfähigkeit (AU) wegen HPV-assoziierter Kopf-Hals-Karzinome im Jahr 2008 in Deutschland.

Methoden: Mit einer retrospektiven Sekundärdatenanalyse wurden zunächst die Kosten durch Kopf-Hals-Karzinome auf Basis der ICD-10-Kodes C01-C06, C09-C14 und C32 ermittelt. Datengrundlage waren Daten des Statistischen Bundesamtes, des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus, der Deutschen Rentenversicherung, der Allgemeinen Ortskrankenkassen und des Bundesministeriums für Gesundheit. Im zweiten Schritt wurden die HPV-assoziierten Kosten durch Anrechnung des Anteils HPV-positiver Karzinome geschätzt.

Ergebnisse: Im Jahr 2008 gab es insgesamt 63.857 vollstationäre Krankenhausfälle (80% Männer; 78% der Fälle beider Geschlechter im Alter zwischen 40 und 69 Jahren), 4.898 stationäre Reha-Fälle (78% Männer) und 17.494 AU-Fälle (85% Männer) mit Krankheitskosten von insgesamt 365,78 Mio. €. Die HPV-assoziierten Krankheitskosten von Kopf-Hals-Karzinomen beliefen sich auf 78,22 Mio. € (80% für Männer). Hiervon entfielen 84% auf direkte Kosten (80% Krankenhausbehandlung, 4% stationäre Reha) und 16% auf indirekte Kosten durch AU.

Schlussfolgerungen: Die ermittelten jährlichen Krankheitskosten von HPV-assoziierten Kopf-Hals-Karzinomen sind beträchtlich. Bei der Beurteilung des gesundheitlichen und ökonomischen Nutzens der HPV-Impfung für beide Geschlechter sollten die HPV-assoziierten Kopf-Hals-Karzinome und deren Kosten berücksichtigt werden.

Der Erstautor weist auf folgenden Interessenkonflikt hin: Erstellt mit finanzieller Unterstützung von Sanofi Pasteur MSD, Lyon, Frankreich, und Sanofi Pasteur MSD GmbH, Leimen, Deutschland