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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Sphenoidale Meningoenzephalozele als seltene Ursache einer spontanen Rhinoliquorrhoe – ein Fallbericht

Meeting Abstract

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  • corresponding author Michael Bärmann - HNO-Klinik, Kaiserslautern
  • Norbert Stasche - HNO-Klinik, Kaiserslautern
  • Hischam Bassiouni - Neurochirurgische Klinik, Kaiserslautern

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod105

doi: 10.3205/12hnod105, urn:nbn:de:0183-12hnod1057

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Bärmann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Eine Rhinoliquorrhoe tritt am häufigsten nach Unfällen auf, wobei der Schädelbasisdefekt überwiegend am Boden der vorderen Schädelgrube lokalisiert ist. Sehr selten sind spontane Liquorfisteln im Bereich des Sinus sphenoidalis, was hinsichtlich Diagnostik und Therapie eine besondere Herausforderung darstellt.

Methoden: Es wird über eine 67-jährige Patientin berichtet, die sich mit spontaner Rhinoliquorrhoe vorstellte. NNH-CT und MRT zeigten einen Flüssigkeitsspiegel im Bereich der rechten Keilbeinhöhle mit einer polypösen Raumforderung. Nach intrathekaler KM-Applikation gelang mittels Dünnschicht-CT der Nachweis eines sehr kleinen knöchernen Defekts am Dach des rechten Sinus sphenoidalis mit einer aktiven Liquorfistel. Deren Verschluss erfolgte über einen transnasalen, navigationsgestützen Zugang unter endoskopisch-mikroskopischer Kontrolle nach ergänzender intraoperativer Fisteldarstellung durch intrathekale Applikation von Natriumfluoreszin. Es fand sich neben der Fistel eine 1 cm durchmessende Meningoenzephalozele. Der rechte Sinus sphenoidalis wurde mittels Fascia lata und Fettgewebe obliteriert sowie zusätzlich mit Mucosa und Thrombin-Fibrinogen-Schwamm nach endonasal verschlossen.

Ergebnis und Diskussion: Spontane Liquorfisteln im Bereich der Keilbenhöhle sind sehr selten, stellen aufgrund der delikaten Nachbarschaftsbeziehungen jedoch in vielen Fällen ein interdisziplinäres Problem für HNO-Arzt und Neurochirurg dar. Der rhinochirurgische, transnasale Zugang erlaubt in den meisten Fällen einen dauerhaften Verschluss sphenoidaler Liquorfisteln, wobei abhängig von den anatomischen Gegebenheiten neben der geschilderten Keilbeinhöhlenobliteration alternativ eine klassische Duraplastik durchgeführt werden kann. Durch den transnasalen Zugang zur Keilbeinhöhle können die oft erheblichen Funktionsausfälle durch einen intrakraniell-extraduralen Zugangsweg vermieden werden.