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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Bakterielle Cellulose: Ein neues Trägermaterial für das Tissue Engineering einer Ohrmuschel

Meeting Abstract

  • corresponding author Nicole Rotter - Univ.-HNO-Klinik, Ulm, Deutschland
  • Eva-Maria Feldmann - Univ.-HNO-Klinik, Ulm, Deutschland
  • Silke Schwarz - Univ.-HNO-Klinik, Ulm, Deutschland
  • Paul Gautenholm - Chalmers University, Göteborg, Schweden

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod728

DOI: 10.3205/11hnod728, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod7280

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Rotter et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Poröse bakterielle Cellulose (BC) ist aufgrund guter biomechanischer Eigenschaften und exzellenter Biokompatibilität ein vielversprechendes neues Material für die Verwendung im Bereich von Tissue Engineering Verfahren. BC wurde bereits für verschiedene Regenerationsstrategien, u.a. für die Herstellung von Gefäßen untersucht. Für Knorpel Tissue Engineering liegen jedoch bislang nur vereinzelt Daten vor.

Methoden: Das Bakterium Acetobacter xylinum wurde verwendet um dreidimensionale Trägermaterialien zu synthetisieren. Durch die Inkorporation von Paraffinwachspartikeln in den Fermentations-prozess wurden mikroporöse BC Materialien hergestellt. Humane Chondrozyten wurden auf diese Trägermaterialien aufgebracht und für 1 bis 5 Wochen kultiviert. Adhäsion, Verteilung, Proliferation und Neosynthese extrazellulärer Matrix wurde mittels Immunfluoreszenz-Färbungen sowie verschiedener histochemischer Färbungen analysiert.

Ergebnisse: Humane Chondrozyten adhärieren auf den BC Trägern und migrieren in die Poren und produzieren hier knorpelspezifische extrazelluläre Matrix. Darüberhinaus proliferieren die Zellen und bilden eine dichte Schicht auf der Oberfläche der BC. Die gleichmäßige Verteilung der Chondrozyten im Material scheint gegenwärtig durch eine geringe Interkonnektivität und inhomogene Verteilung der Poren behindert zu sein.

Schlussfolgerung: Diese Studie zeigt, dass poröse bakterielle Cellulose mit humanen Chondrocyten besiedelt werden kann und diese extrazelluläre Matrix innerhalb der Poren produzieren. Weiterführende Untersuchungen zur Herstellung von BC in Ohrmuschelform und zur Verbesserung der Interkonnektivität der Poren werden gegenwärtig durchgeführt.

Unterstützt durch: 7. Rahmenprogramm der EU – Euronanomed-Programm; BMBF: EAREG