gms | German Medical Science

82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Stellenwert der Biopsie von kleinen Speicheldrüsen im Rahmen der der Diagnostik des M. Sjögren

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • corresponding author Beate Hosch - Uniklinik / HNO, Ulm
  • Jörg Lindemann - Uniklinik / HNO, Ulm

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod696

DOI: 10.3205/11hnod696, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod6961

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Hosch et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einführung: Der Morbus Sjögren (MS) ist eine Erkrankung aus der Gruppe der Kollagenosen. Der MS zeigt sich in histologischen Veränderungen der Speichel- und Tränendrüsen. Zur Diagnosesicherung kann eine Biopsie aus den kleinen Speicheldrüsen entnommen werden. Ziel dieser Studie ist es den Stellenwert der Biopsie der kleinen Speicheldrüsen in der Diagnostik des MS zu prüfen.

Material/Methodik: Es erfolgte eine retrospektive Auswertung aller Biopsien der kleinen Speicheldrüsen der Lippe im Zeitraum von 5/1995 bis 08/2010 an der HNO Universitätsklinik Ulm. Hierzu wurden die histologischen Befunde von insgesamt 75 Patienten mit internistischem V.a. MS gesichtet. Bei insgesamt 47/75 Patienten lagen vollständige interdisziplinäre (histologisch, internistisch, serologisch) Befunde vor. Als positiver Befund in der histologischen Untersuchung galt der Nachweis einer lymphoplasmazellulären Infiltration des Drüsenparenchyms.

Ergebnis: In der histologischen Untersuchung konnten bei 11/47 Patienten eine lymphoplasmazelluläre Infiltration nachgewiesen werden vereinbar mit der Verdachtsdiagnose MS. Bei 36/47 Patienten gab es keine MS typische Veränderung. Bei 8 der 11 positiv befundeten Patienten bestätigte sich die Diagnose eines MS in der internistischen Diagnostik. Hingegen wurde bei 9/36 Patienten trotz negativen histologischen Befunds im weiteren Verlauf im Rahmen der internistischen Diagnostik ein MS diagnostiziert und behandelt.

Schlussfolgerung: Die Biopsie der kleinen Speicheldrüsen im Bereich der Lippe ist lediglich ein einzelner Baustein in der Diagnostik des MS. Die endgültige Diagnose eines MS ist immer eine Zusammenschau von verschiedenen interdisziplinären Befunden. Vor allem negative histologische Befunde sind kritisch zu hinterfragen.