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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Ein Zahn, ein Blatt, ein Tupfer – Multiple Ursachen für Rhinolithiasis

Meeting Abstract

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  • corresponding author Thorsten Send - HNO Universitätsklinik Bonn, Bonn
  • Friedrich Bootz - HNO Universitätsklinik Bonn, Bonn
  • Klaus W.G. Eichhorn - HNO Universitätsklinik Bonn, Bonn

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod654

DOI: 10.3205/11hnod654, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod6549

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Send et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Rhinolithen sind seltene mineralisierte exogene (80%) oder endogene (20%) Fremdkörper der Nasenhaupthöhle die im klinischen Bild zumeist durch eine einseitige Beschwerdensymptomatik auffallen.

Methoden: Die Krankenakten von 3 Fällen wurden retrospektiv ausgewertet.

Ergebnisse: Anamnestisch beschrieben alle 3 Patienten eine streng einseitige Beschwerdesymptomatik mit Nasenatmungsbehinderung und foetider gelblicher Rhinorrhoe. Weiterhin wurden frontale Cephalgien und Symptome einer chonischen Sinutisis maxillaris angegeben. Die Symptome bestanden bereits seit 3–6 Jahren. Bei der endoskopischen Untersuchung waren weißliche kalkartige Strukturen im unteren Nasengang, sowie gelbliches Sekret zu sehen. Die CT-NNH Untersuchungen zeigten scharfbegrenzte hyperdense Strukturen in ihrer Ausdehnung und Lage. In allen Fällen wurde eine operative videoendoskopische endonasale Entfernung in Vollnarkose durchgeführt.

Die Histologien ergaben einen pflanzlichen Fremdkörper, einen ektopen Zahn, sowie eine textilartige Struktur als ursächliche Fremdkörper. Die dicke der Kalzifizierungsschicht betrug bis zu 1,1 mm bei einer maximalen Größenausdehnung von 1,7–2,3 cm.

Bei allen Patienten kam es nach Entfernung der Rhinolithen zum Sistieren der Symptome.

Schlussfolgerung: Auch wenn Rhinolithen selten sind sollte diese Differenzialdiagnose vor allem bei einseitiger Beschwerdensymptomatik wie chronische Rhinorrhoe und Nasenatmungsbehinderung in Betracht gezogen werden. Weitere Symptome können Foetor, Epistaxis, Cephalgie, Gesichtsschmerz und Tränenabflussstörungen sein. Erst die Eröffnung der Rhinolithen ermöglicht die Abklärung des auslösenden Fremdkörpers. Zur Bildung eines Rhinolithen scheint eine mehrjährige Fremdkörperpersistenz notwendig zu sein.