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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Ancient Schwannoma des N. supratrochlearis – eine seltene Differentialdiagnose eines endonasalen Tumors

Meeting Abstract

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  • corresponding author Kathrin Pohlmann - HNO-Uniklinik Freiburg, Freiburg
  • Sylvia Timme - Abteilung Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie, Uniklinik Freiburg, Freiburg
  • Jan Kaminsky - Neurochirurgie-Uniklinik Freiburg, Freiburg
  • Wolfgang Maier - HNO-Uniklinik Freiburg, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod636

DOI: 10.3205/11hnod636, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod6364

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Pohlmann et al.
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Gliederung

Text

Schwannome sind benigne Nervenscheidentumore. Im HNO-Bereich treten sie am häufigsten intracraniell in Form des Akustikusneurinoms, extracraniell im Parapharyngealraum auf.

In unserer Ambulanz stellte sich ein 42jähriger Patient mit einer seit 10 Jahren progredienten Nasenatmungsbehinderung, sowie Schmerzen im linken medianen Augenwinkel vor. Endoskopisch zeigte sich eine polypöse, die linke Nasenhaupthöhle nahezu komplett verlegende Raumforderung. In der Bildgebung (CT und MR-Angio) stellte sich eine weichteildichter, glatt begrenzter, KM-aufnehmender Tumor ausgehend von der mittleren Nasenmuschel links mit Ausdehnung in die Kieferhöhle, Siebbein und Stirnhöhle dar. Über einen transfrontalen Zugang mit Craniotomie entfernten wir den Tumor.

Das histologische Gutachten ergab ein „Ancient Schwannoma“. Aufgrund der Tumorausdehnung vom medialen Augenwinkel Richtung Frontobasis gehen wir von einem Schwannom des N. supratrochlearis aus.

Ancient Schwannoma sind eine seltene histologische Variante mit regressiven Veränderungen, die Malignität vortäuschen können. In der Literatur sind nur 31 Fälle sog. Ancient Schwannoma im Kopf-Hals-Bereich beschrieben.

Auch wenn Ancient Schwannoma eine seltene Diagnose bei Tumoren im Nasen-/Nasennebenhöhlen darstellen, so sollte man sie in die differentialdiagnostischen Überlegungen miteinbeziehen. Um Nervenausfälle durch Tummorkompression zu vermeiden, besteht die Therapie in der chirurgischen Intervention.