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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Transvenöse Embolisation einer Sinus cavernosus-Fistel über die Vena ophthalmica

Meeting Abstract

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  • corresponding author Andreas Naumann - HNO-Klinik, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg
  • Wolfgang Reith - Klinik für Interventionelle Neuroradiologie, Universität des Saarlandes, Homburg
  • Christian Roth - Klinik für Interventionelle Neuroradiologie, Universität des Saarlandes, Homburg
  • Berthold Seitz - Klinik für Augenheilkunde, Universität des Saarlandes, Homburg
  • Bernhard Schick - Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Universität des Saarlandes, Homburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod628

DOI: 10.3205/11hnod628, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod6285

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Naumann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Behandlung einer Sinus cavernosus-Fistel erfordert eine enge interdisziplinäre Kooperation. Da eine Embolisation über die Femoralgefäße nicht immer möglich ist, besteht in Einzelfällen die Notwendigkeit eines transvenösen Zugangs zum Sinus cavernosus über die Vena ophthalmica.

Methode: Bei 7 Patienten (3m:4w) wurde eine Embolisation einer Sinus cavernosus-Fistel über die Vena ophthalmica ausgeführt. Über eine mediane Orbitotomie wurde die Vena ophthalmica freipräpariert und darüber eine Schleuse für die Embolisation gelegt. Nach erfolgreicher Embolisation mit elektrolytisch ablösbaren Guglielmi-detachable-Coils (GDC) wurde die Schleuse unter OP-Bedingungen wieder entfernt. Eine intrazerebrale Blutung wurde bei allen Patienten am 1. post-OP-Tag durch eine Computertomographie des Schädels ausgeschlossen.

Ergebnisse: Bei allen Patienten konnte die Vena ophthalmica über einen mediane Orbitotomie ohne Komplikationen katheterisiert werden. Die Sinus cavernosus-Fistel konnte bei 4 Patienten erfolgreich embolisiert werden, bei einer Patientin gelang nur ein inkompletter Verschluss. Bei 2 Patienten zeigte sich die Sinus cavernosus-Fistel in der Angiographie vor Embolisation spontan thrombosiert. Die klinischen Symptome besserten sich bei allen Patienten deutlich.

Fazit: Der Verschluß der Sinus cavernosus-Fistel über die Vena ophthalmica ist ein effektives Verfahren, insbesondere, wenn der Zugang über die Femoralgefäße nicht möglich ist. Der HNO-Chirurg kann in der interdisziplinären Zusammenarbeit durch die Präparation und Katheterisierung der Vena ophthalmica die Voraussetzung für die transvenöse Embolisation schaffen.