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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Anaphylaktische Reaktion auf ein Sojagetränk bei einem Birkenpollenallergiker

Meeting Abstract

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  • corresponding author Nina Bermeiser - HNO-Klinik Erlangen, Erlangen
  • Susanne Mayr - Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Kopf- und Halschirurgie, Erlangen
  • Hanspeter Kirsche - Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Kopf- und Halschirurgie, Erlangen
  • Heinrich Iro - Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Kopf- und Halschirurgie, Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod572

DOI: 10.3205/11hnod572, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod5729

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Bermeiser et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Sojaprodukte werden von der Bevölkerung im Allgemeinen als gesundheitsfördernde Lebensmittel wahrgenommen. Jedoch zählt Soja zu den acht häufigsten Nahrungsmittelallergenen. Sojaproteinallergie wurde bisher hauptsächlich bei atopischen Kleinkindern beobachtet. Hier wird jedoch eine anaphylaktische Reaktion bei einem Erwachsenen erörtert.

Methoden: An Hand eines Fallbeispiels eines Patienten mit einer anaphylaktischen Reaktion auf ein Sojagetränk wird die Kreuzreaktion auf Sojaprotein bei vorbestehender Birkenpollenallergie beschrieben.

Ergebnisse: Soja enthält vier bekannte Allergene: zwei Allergene der Sojabohnenhülle, die über respiratorische Exposition pathogen sind und zwei Allergene, Profilin (Gly m3) und das verwandte Gly m4, die über Nahrungsaufnahme pathogen sind. Es ist eine ausgeprägte Struktur- und Sequenzhomologie des Hauptantigens der Birke, Bet v1, mit dem Stressprotein der Sojabohne, Gly m4, bekannt. Tatsächlich ließ sich bei dem Patienten, der an einer Rhinokonjunktivitis allergica während der Birkenpollensaison, sowie an einem oralen Allergiesyndrom nach dem Verzehr von birkenpollenassoziierten Nahrungsmitteln litt, ein erhöhtes anti-Gly-m4-IgE nachweisen. Die höchsten Konzentrationen von Gly m4 finden sich in Eiweißpulvern und in Getränken aus Sojaproteinisolat. Fermentierte Produkte wie Sojasoße und stark erhitzte Zubereitungen enthalten dagegen nur sehr wenig oder gar kein Gly m4.

Schlussfolgerungen: Die Existenz eines mit Bet v1 kreuzreagierenden Sojaproteins wurde 2002 erstmals beschrieben und ist bislang noch wenig bekannt. Auf Grund der zunehmenden Popularität von Sojaprodukten und der großen Zahl von Birkenpollenallergikern ist zu erwarten, dass Allergologen in Zukunft häufiger mit Fällen wie dem hier beschriebenen konfrontiert werden.