gms | German Medical Science

82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Isolierte Hypoglossusparese rechts als alleiniges Symptom eines Aneurysma der Arteria vertebralis rechts

Meeting Abstract

  • corresponding author Christiane Albrecht - Klinkum Bielefeld, Bielefeld
  • Martin Lehmann - Klinikum Bielefeld, Bielefeld
  • Jörg Ebmeyer - Klinikum Bielefeld, Bielefeld
  • Lars-Uwe Scholtz - Klinikum Bielefeld, Bielefeld
  • Falk Oppel - Praxis, Bielefeld
  • Holger Sudhoff - Klinikum Bielefeld, Bielefeld

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod567

DOI: 10.3205/11hnod567, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod5671

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Albrecht et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Eine isolierte Parese des Nervus hypoglossus ist ein in der Literatur selten beschriebenes Symptom. Betroffene Patienten weisen eine Hypomobilität, Faszikulationen und eine Deviation der Zunge zur Seite der Läsion mit einer Atrophie der Zungenmuskulatur der paretischen Seite auf. Betroffene Patienten beklagen eine diskrete Schluckstörung oder Einschränkungen beim Sprechen, sind jedoch zumeist beschwerdefrei. Neben Tumoren, Traumata, entzündlichen oder autoimmunologischen Prozessen können auch vaskuläre Veränderungen ursächlich sein.

Kasuistik: Eine 72-jährige Patientin stellte sich mit einer seit 6 Monaten bestehenden Motilitätsstörung der Zunge und einer daraus resultierenden Beeinträchtigung des Sprechens vor. Eine Dysphagie oder eine Heiserkeit bestanden nicht. Die Noxenanamnese war negativ. Eine B-Symptomatik wurde verneint. Bei der klinischen Untersuchung fiel eine Hypoglossusparese rechts sowie eine diskrete Asymmetrie des Zungengrundes links auf. Im kraniellen MRT und CT zeigte sich benachbart zu den rechten basalen Zysternen eine glatt begrenzte Struktur, die in den Canalis nervi hypoglossi hinein reichte und diesen auf einen Durchmesser von 11 mm deutlich erweiterte. Unter dem Verdacht auf das Vorliegen eines soliden Tumors im Bereich des Canalis nervi hypoglossi führten wir eine Laterobasisexploration über einen kombinierten infracochleären und retrosigmoidalen Zugang durch. Hierbei stellte sich jedoch keine solide Raumforderung, sondern ein kalzifiziertes Aneurysma der Arteria vertebralis rechts dar.

Schlussfolgerung: Eine isolierte Hypoglossusparese ohne weitere Läsion anderer Hirnnerven stellt ein sehr seltenes Krankheitsbild dar. Neben Tumoren der Schädelbasis wie Schwannome oder raumfordernd imponierende Zysten sollten auch Malformationen bzw. Variationen im Gefäßverlauf in die Differentialdiagnose dieser Erkrankung einbezogen werden.