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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Temporäre Gewebeexpansion der Stirnhaut zur Rekonstruktion eines traumatischen Stirnweichteildefekts

Meeting Abstract

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  • corresponding author Iakovos Arapakis - HNO-Klinik, Klinikum Stuttgart, Katharinenhospital, Stuttgart
  • Raed Sammour - HNO-Klinik, Klinikum Stuttgart, Katharinenhospital, Stuttgart
  • Christian Sittel - HNO-Klinik, Klinikum Stuttgart, Katharinenhospital, Stuttgart

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod531

DOI: 10.3205/11hnod531, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod5313

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Arapakis et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Durch die geringe Verschieblichkeit der straffen Stirnhaut und infolge der Nachbarschaft zur behaarten Schädelregion sind die Rekonstruktionsmöglichkeiten von Stirnweichteildefekten mittels Lappenplastiken begrenzt. Dabei muß zur Vermeidung einer kosmetischen Beeinträchtigung auf die Symmetrie der Augenbrauen und die Erhaltung der Stirnmimik geachtet werden. Die temporäre Gewebeexpansion bietet eine sehr gute Dehnung der straffen Stirnhaut, hinterlässt bei geeigneter Implantation keine weiteren sichtbaren äusseren Narben und verhindert mehrere Serienexzisionen der Narbe.

Methode: In unserer Klinik wurde eine 14-jährige Patientin mit einem frontonasalen Weichteildefekt nach Hundebißverletzung mittels autologer Hautreplantation behandelt. Trotz sofortiger Hautreplantation und einer hyperbaren Sauerstoff-Therapie kam es zu einer sekundären Wundheilung frontonasal. Nach einer einjährigen Abheilungsphase wurde der Expander, dessen passende Größe mit Hilfe einer Schablone ausgewählt wurde, durch Inzision im bestehenden Weichteildefekt und Präparation einer Tasche unter der Stirnhaut inseriert. Der externe Injektionsdom wurde subkutan nach temporal ausgeleitet. Der breite Stirnweichteildefekt konnte nach einer zweimonatigen Expansionsphase reseziert und rekonstruiert werden.

Ergebnisse: Nach Entfernung der replantierten Haut konnte der Weichteildefekt erfolgreich rekonstruiert werden. Mittels der Gewebeexpansion kam es zu einem kosmetisch zufriedenstellenden Ergebnis ohne Verschiebung der Augenbrauen, Sensibilitätsstörung und Beeinträchtigung der Stirnmimik und damit zur Beseitigung des entstellenden Defekts.

Schlussfolgerung: Die temporäre Gewebeexpansion stellt eine hilfreiche und sichere Methode dar, Weichteildefekte im Stirnbereich mit hervorragenden kosmetischen Resultaten zu rekonstruieren, ohne die Symmetrie der Augenbrauen einzuschränken oder weitere äussere Narben zu hinterlassen.