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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Lokalrezidive, Zweittumore und Fernmetastasen bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren und ihr Einfluss auf das Überleben und das systemische Staging

Meeting Abstract

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  • corresponding author Thomas Kühnel - HNO Universitätsklinik Regensburg, Regensburg
  • Barbara Dietl - Strahlentherapie Universitätsklinik Regensburg, Regensburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod202

DOI: 10.3205/11hnod202, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod2026

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Kühnel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Retrospektive Untersuchung von Lokalrezidiven, Fernmetastasen und Zweittumoren mit der Frage nach dem Gesamtüberleben, sowie den daraus resultierenden Konsequenzen für das Staging bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren

Methodik: Von 4/93 bis 7/05 wurden in der Klinik für Strahlentherapie des UKR 600 Patienten mit HNO-Tumoren bestrahlt. Bezogen auf die Endpunkte Lokalrezidiv, Fernmetastasen und Zweittumor wurde das Überleben untersucht, das Intervall bis zur Manifestation der jeweiligen Endpunkte, sowie das endpunktspezifische Gesamtüberleben ab dem Zeitpunkt der Erstdiagnose (ED).

Ergebnisse: Nach einem medianen Follow-up von 30,9 Mo. waren 67.5% der Patienten verstorben. 37.8% Patienten manifestierten nach 12.2 Mo. ein Lokalrezidiv mit einem medianen Überleben von 8.65 Mo. und einem Gesamtüberleben ab ED von 27.2 Mo. 20.5% Patienten manifestierten einen Zweittumor, davon 70.7% synchron bzw. metachron mit einem zweittumorfreien Intervall von 21.2 Mo., einem medianen Überleben von 17.22 Mo und einem medianen Gesamtüberleben ab ED von 45.3 Mo.

32.2% manifestierten Fernmetastasen, 64.2% polytop mit einem metastasenfreien Intervall von 11.52 Mo., einem Überleben von median 7 Mo., sowie einem Gesamtüberleben ab ED von 20.69 Mo.

Das mediane OS ohne Tumorprogress betrug 80.1 Mo gegenüber 25.4 Mo mit Tumorprogress, das mediane OS mit alleinigem Lokalrezidiv betrug 36.4, mit kombiniertem Rezidiv 16.3 bzw. 17.6 Mo. bei ausschließlichen Fernmetastasen.

Schlussfolgerung: Wegen des signifikanten Überlebensunterschieds des alleinig lokalen vs. systemischen Rezidivs ist ein standardisiertes Staging in der Primär- und Rezidivsituation erforderlich, um klinisch silente Fernmetastasen bzw. Zweittumore bei Tumorerstdiagnose auszuschließen.