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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Dysphagie durch laryngopharyngeale Synechien nach Radiochemotherapie eines Nasopharynxkarzinoms – Ein Fallreport

Meeting Abstract

  • corresponding author Dirk Deuster - Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie, UK Münster, Münster
  • Claus-Michael Schmidt - Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie, UK Münster, Münster
  • Johannes Wessling - Institut für Klinische Radiologie, UK Münster, Münster
  • Lilian Vogt - HNO-Klinik, UK Münster, Münster
  • Antoinette am Zehnhoff-Dinnesen - Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie, UK Münster, Münster

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod180

DOI: 10.3205/11hnod180, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod1809

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Deuster et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Dysphagien können nach operativer und Radiochemo-Therapie von Kopf-Hals-Tumoren auftreten. Ursachen von Dysphagien nach Radiochemotherapie sind Motorik- und Sensibilitätsstörungen, Xerostomien und Fibrosierungen.

Fallreport: Ein 65jähriger Mann stellte sich wegen schwerer Aspiration und rezidivierenden Pneumonien vor. Zehn Jahre zuvor erfolgte eine kombinierte Radiochemotherapie eines undifferenzierten Nasenrachenkarzinoms (cT4cN2cM0; Dosis 71 Gy, Chemoth. mit 5-Fluorouracil + Mitomycin C). Bis vor 9 Monaten bestanden keine Schluckprobleme.

Vorbefunde: In einer Laryngoskopie und fiberoptischen endoskopischen Untersuchung des Schluckens (FEES) wurden mobile Stimmlippen, kein Hinweis auf Rezidivtumoren und eine schwere Aspiration beschrieben, in der Videofluoroskopie eine reduzierte Larynxelevation und ein direkter Übergang des Bolus in den Larynx; erst nach Füllung des Vestibulums folgte ein Überlaufen in den Hypopharynx. Computertomografisch ergab sich kein Hinweis auf einen Rezidivtumor.

Befunde: Die maximale Mundöffnung zwischen den Inzisiven betrug 2 cm. Laryngoskopisch zeigten sich mobile Stimmlippen mit vollständigem Glottisschluss, aryepiglottische Falten waren nicht zu identifizieren, eine Einsicht in die Sinus piriformes war nicht möglich. Die Larynxschleimhaut ging übergangslos in die Pharynxseitenwand über. In der FEES wurde die Nahrung direkt in den Larynx geleitet, in den sich auch postdeglutitve Residuen aus den Valleculae entleerten.

Diskussion: Beschreibungen laryngopharyngealer Synechien nach Therapie von Nasopharynxkarzinomen finden sich in der Literatur nicht. Im vorliegenden Fall wurden sie in verschiedenen Voruntersuchungen nicht entdeckt. Im Rahmen der Nachsorge sollte besonderes Augenmerk auf derartige mögliche Spätfolgen gelegt werden.