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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Bakterielle und pilzbedingte zentrale Schädelbasisosteomyelitis

Meeting Abstract

  • corresponding author Christine Breunig - HNO Universitätsklinik Freiburg, Freiburg, Deutschland
  • Jens Pfeiffer - HNO Universitätsklinik Freiburg, Freiburg, Deutschland
  • Jan Kaminsky - Neurochirurgische Klinik Universitätsklinik Freiburg, Freiburg, Deutschland
  • Gerd J. Ridder - HNO Universitätsklinik Freiburg, Freiburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod141

DOI: 10.3205/11hnod141, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod1415

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Breunig et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die zentrale bzw. atypische Schädelbasisosteomyelitis (SBO) zählt zu den potentiell lebensbedrohlichen Infektionen. Meist wird bei Patienten mit bekanntem Diabetes mellitus oder immunsupprimierten Patienten eine Otitis externa als ursächlich betrachtet, alternativ kann, bei der pilzbedingten SBO, eine Sinusitis der Auslöser sein. Die zentrale SBO betrifft den Labyrinthblock, den medialen Anteil der Pars petrosa und kann sich zum Os sphenoidale et occipitale mit dem Clivus und bis in die Fossa infratemporalis ausdehnen.

Methoden/Ergebnisse: Im Zeitraum von 2004 bis 2010 wurden an unsere Klinik 19 Patienten mit einer zentralen SBO behandelt. Die Daten wurden retrospektiv analysiert. Das mittlere Alter lag bei 64,6 Jahren. 13 Patienten waren männlich und 6 weiblich. Mikrobiologisch fanden wir P. aeruginosa (n=10), S. pyogenes (n=5), S. aureus (n=5), Enterokokken (n=1), H. influenzae (n=1), Aspergillus fumigatus (n=1) und Candida albicans (n=2). Mischinfektionen ließen sich in 7 Fällen nachweisen. Insgesamt zeigte sich, dass eine Infektion mit P. aeruginosa einen verlängerten Krankenhausaufenthalt sowie mehrere operative Revisionen nach sich zieht.

Schlussfolgerung: Wir konnten zeigen, dass neben P. aeruginosa als Auslöser eine zentralen SBO weiterer Mikroorganismen, auch Pilze, eine wichtige Rolle spielen und dass zur frühzeitigen Diagnosestellung, gerade in der Differenzierung bakteriell bedingter vs. pilzbedingter SBO, eine histologische und mikrobiologische Sicherung unumgänglich ist. Bezüglich des Therapieregims – frühzeitige aggressive chirurgische Sanierung mit einer Langzeit antibiotischen bzw. antimykotischen Therapie – zeigten sich keine Unterschiede zwischen bakterieller und pilzbedingter SBO, jedoch mussten bei letzterer ausgedehnter Operationen und eine längere postoperative antiinfektiöse Therapie durchgeführt werden.