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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Verbrauch von Blutprodukten in der HNO-Heilkunde: eine retrospektive Analyse von 1994–2006

Meeting Abstract

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  • corresponding author Frank Waldfahrer - Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Kopf- und Halschirurgie, Erlangen
  • Katharina Sinzenich - Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Kopf- und Halschirurgie, Erlangen
  • Heinrich Iro - Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Kopf- und Halschirurgie, Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod130

DOI: 10.3205/11hnod130, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod1309

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Waldfahrer et al.
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Gliederung

Text

Der Einsatz von Blutkomponenten ist in der klinischen HNO-Heilkunde nach wie vor nicht wegzudenken. In einer retrospektiven Auswertung wurde die Entwicklung des Verbrauchs von Blutprodukten über einen Zeitraum von rund zwölf Jahren ausgewertet. 413 Patienten erhielten im Rahmen von 473 stationären Aufenthalten insgesamt 1596 Blutprodukte verabreicht, seit 2001 war die Nachfrage nach Blutprodukten rückläufig. In 66% erfolgte die Gabe in Zusammenhang mit einem operativen Eingriff (zumeist Tumorchirurgie), in 24% notfallmäßig (zumeist Epistaxis). 65 Patienten erhielten mehr als fünf Erythrozytenkonzentrate. Transfusionszwischenfälle wurden nicht beobachtet, wobei in 88,1% blutgruppenidentisch transfundiert wurde. Ein Effekt der seit dem 1.10.2001 eingeführten Leukozytendepletion war nicht nachzuweisen. Der Verbrauch von gefrorenem Frischplasma war seit 2001 ebenfalls rückläufig, andere Blutprodukte wurden nur selten eingesetzt. Die Analyse zeigte aber auch Mängel bei Dokumentation und Logistik insbesondere bis zum Jahr 2002 auf. Ein (negativer) Einfluss einer Transfusion auf die Prognose einer Tumorerkrankung, wie in einigen früheren Arbeiten nachgewiesen, konnte beim Vergleich mit einer nicht-transfundierten Kontrollgruppe indes nicht nachgewiesen werden. Bei erfolgter Transfusion war die Liegedauer aber signifikant länger (p<0,0001). Die Analyse erbrachte wichtige Hinweise auf Optimierungsoptionen im Umgang mit Blutprodukten, nicht zuletzt auch in wirtschaftlicher Hinsicht.