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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Evaluation der Durchführbarkeit der transkutanen, intratrachealen, retrograden Intubation mittels Mikroendoskopie an der Frischleiche

Meeting Abstract

  • corresponding author Gregor Wolf - Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Homburg
  • Erik Reus - Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums des Saarlandes, Homburg
  • Basel Al Kadah - Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums des Saarlandes, Homburg
  • Rainer M. Bohle - Institut für Allgemeine und Spezielle Pathologie des Universitätsklinikums des Saarlandes, Homburg
  • Kurt Becker - Institut für Anatomie, Zellbiologie und Entwicklungsbiologie, Homburg
  • Thomas Volk - Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums des Saarlandes, Homburg
  • Bernhard Schick - Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums des Saarlandes, Homburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod120

DOI: 10.3205/11hnod120, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod1209

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Wolf et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Sicherung des Atemweges hat Priorität zur präoperativen Narkoseinduktion sowie bei der notfallmäßigen Atemwegsverlegung. Gerade bei Tumoren, Traumata, Blutungen oder Schwellungen im Bereich des Pharynx oder Larynx kann eine Sicherung des Atemweges auf konventionellem Wege mittels Intubation nicht möglich sein.

Die retrograde Intubation wird in der Literatur als probates Mittel beschrieben, den schwierigen Atemweg zu sichern. Bei der bisherigen Technik wird die primäre Zielstruktur Trachea blind punktiert und der Seldingerdraht retrograd, ebenfalls blind, bis zum Erscheinen im Pharynx vorgeschoben.

Material und Methoden: Am Universitätsklinikum der Saarlandes wurde in Kooperation der Anästhesie, Anatomie, HNO und der Pathologie die Durchführbarkeit der transkutanen intratrachealen retrograden Intubation mittels Mikroendoskopie mit einer 10.000 Pixel-Optik (Polydiagnost/Pfaffenhofen) an insgesamt 10 Frischleichen untersucht. Die einzelnen Untersuchungsschritte wurden mittels Photo- und Videodokumentation festgehalten. Eine Sicht auf alle Strukturen und Vorgänge war zwingende Vorgabe unserer Studie.

Ergebnisse: Die retrograde Intubation mittels Mikroendoskopie konnte an allen 10 Atemwegen erfolgreich durchgeführt werden. Die direkte Laryngoskopie durch ein konventionelles Laryngoskop ergab bei 7 Frischleichen eine Cormack I bis II Situation und bei 3 Frischleichen eine Cormack III Situation. Es kam zu einer oberflächlichen Verletzung der trachealen Hinterwand bei einem Atemweg durch die Einführungskanüle.

Schlussfolgerung: Die Durchführbarkeit der transkutanen intratrachealen retrograden Intubation mittels Mikroendoskopie an der Frischleiche ist ein atraumatisches, minimalinvasives und sicheres Verfahren, den Atemweg zu sichern. Weitere Studien am Patienten bei schwieriger Atemwegsfreihaltung müssen die Relevanz unsere Technik zur Sicherung des Atemweges im Klinikalltag feststellen.