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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Die Österreichische Tonsillenstudie 2009/10

Meeting Abstract

  • corresponding author Stephanie Sarny - MUG, Klinische Abteilung Allg. HNO, Graz, Österreich
  • Walter Habermann - MUG, Klinische Abteilung Allg. HNO, Graz, Österreich
  • Günther Ossimitz - Universität Klagenfurt, Österreich
  • Heinz Stammberger - MUG, Klinische Abteilung Allg. HNO, Graz, Österreich

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod056

DOI: 10.3205/11hnod056, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod0562

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Sarny et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Operationen an den Tonsillen und Adenoiden sind Routineeingriffe in der täglichen Praxis des HNO-Arztes/Ärztin. Aus diesem Grund ist eine einheitliche Erhebungen dieser Operationen unerlässlich.

Methode: Prospektiv wurden über einen Zeitraum von 9 Monaten alle österreichweit durchgeführten Tonsillektomien (TE), Tonsillotomien (TO) und Adenotomien (AE) erhoben. Als Nachblutung wurde dabei jedes Nachblutungsereignis nach Extubation bezeichnet. Ein Klassifikationsschema für die Einteilung der Nachblutungen nach Schwere und Zeitpunkt wurde angewandt.

Ergebnisse: Österreichweit wurden 9405 Operationen mit folgender Verteilung erhoben: Eine TE mit oder ohne AE wurde in 48,9%, eine TO mit oder ohne AE in 14,0% und eine reine AE in 37,1% der Fälle durchgeführt. Die TE wurde zu 71,6% bei Erwachsenen durchgeführt (mittleres Alter: 22,3 Jahre), die TO zu 75,1% bei Kindern unter sechs Jahren (mittleres Alter: 5,7Jahre) und die AE zu 64,5% bei Kindern unter sechs Jahren (mittleres Alter 6,5 Jahre).Die Nachblutungsraten von TE beliefen sich auf 15,0%, von TO auf 2,3% und von AE auf 0,8%. Eine operative Versorgung war allerdings nur in 4,9%, 0,8% bzw. 0,3% notwendig. Im Untersuchungszeitraum traten keine Todesfälle auf.

Schlussfolgerungen: Erstmalig konnten im deutschsprachigen Raum prospektiv und landesweit einheitlich alle Tonsillektomien, Tonsillotomien und Adenotomien erhoben werden. Die höchste Nachblutungsrate zeigten Erwachsene nach Tonsillektomie (17,0%).

Unterstützt durch: Österreichische HNO-Gesellschaft