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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Extrakranielle Schwannome im Retro- und Parapharyngealraum

Meeting Abstract

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  • corresponding author Christoph Löffler - Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Freiburg
  • Jens Pfeiffer - Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Freiburg
  • G. J. Ridder - Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod038

DOI: 10.3205/11hnod038, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod0384

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Löffler et al.
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Gliederung

Text

In der Kopf- und Halsregion finden sich bis zu 45 Prozent aller extrakraniellen Schwannome, vorzugsweise im Retro- und Parapharyngealraum. Spezifische klinische Symptome fehlen, auch die Sonographie und das CT ergeben in der Regel keine wegweisenden Befunde. Wir berichten über zwei Fälle mit Schwannomen im Retro- und Parapharyngealraum. Ein 21-jähriger Patient stellte sich mit CT-morphologischem Verdacht auf ein Parapharyngealabszess und neu aufgetretenem Horner-Syndrom vor. Die in der Exploration gewonnenen Proben zeigten ein regressiv verändertes Schwannom, die Ausdehnung in der Kernspintomographie betrug 4x5 cm. Das Schwannom wurde über eine laterale Pharyngotomie zweizeitig entfernt. In Kontrollbildgebungen zeigte sich bis heute kein Anhalt für ein Rezidiv, das Horner-Syndrom persistiert unverändert. Eine 39-jährige Patientin berichtete über seit Tagen zunehmende Halsschmerzen und eine seit einem Jahr konstante Raumforderung rechts cervikal. In der klinischen Untersuchung zeigte sich ein Horner-Syndrom rechts sowie eine Rötung und Vorwölbung des rechten Gaumenbogens. Die Kernspintomographie ergab eine 5x3,6 cm große retropharyngeale Raumforderung mit der Verdachtsdiagnose eines Schwannoms. Die Raumforderung wurde über einen transcervikalen Zugang vollständig exstirpiert, in der Histologie wurde die Diagnose eines Schwannoms bestätigt. Ein Schwannom sollte bei unklaren retro- und parapharyngealen Prozessen mit neurologischen Auffälligkeiten in die differentialdiagnostischen Überlegungen miteinbezogen werden. Hierbei kann die Kernspintomographie bereits präoperativ auf ein Schwannom hinweisen. Die Exstirpation stellt bei extrakraniellen Schwannomen die Therapie der Wahl dar. Jedoch ist auch bei Nervenerhalt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Funktionsverlust zu erwarten, nach vollständiger Tumorentfernung ist die Prognose gut und Rezidive selten.