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82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

01.06. - 05.06.2011, Freiburg

Frührehabilitation von Patienten mit Schluckstörungen infolge eines Kopf-Hals-Tumors

Meeting Abstract

  • corresponding author Christiane Hey - Schwerpunkt für Phoniatrie und Pädaudiologie, KHNO, Frankfurt/Main
  • Oliver Seitz - Klinik für Mund-, Kiefer- und plast. Gesichtschirurgie, Uniklinik, Frankfurt/Main
  • Markus Hambek - KHNO, Uniklinik, Frankfurt/Main
  • Robert Sader - Klinik für Mund-, Kiefer- und plast. Gesichtschirurgie, Uniklinik, Frankfurt/Main
  • Timo Stöver - KHNO, Uniklinik, Frankfurt/Main
  • Katrin Neumann - Schw. Phoniatrie u. Päd., KHNO, Uniklinik, Frankfurt/Main

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 82. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Freiburg i. Br., 01.-05.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11hnod019

DOI: 10.3205/11hnod019, URN: urn:nbn:de:0183-11hnod0195

Veröffentlicht: 19. April 2011

© 2011 Hey et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Prävalenz von Dysphagien infolge von Kopf-Hals-Tumoren wird je nach Größe und Sitz des Tumors sowie Art der onkologischen Therapie mit bis zu 88% angegeben. Für den Patienten bedeutet dies eine deutliche Reduktion der Lebensqualität, für das Gesundheitssystem hohe Kosten. Die Wirksamkeit einer Rehabilitation bereits während des akutstationären Aufenthaltes ist hinreichend nachgewiesen. Zur Gewährleistung der nach § 39 SGBV definierten und geforderten Frührehabilitation wurde daher in der HNO- und MKG-Klinik der Universität Frankfurt/Main ein Dysphagiemanagement etabliert.

Methoden: Sobald aus chirurgischer Sicht eine Oralisierung möglich ist, erhalten die Patienten ein Dysphagiescreening. Bei Verdacht auf eine therapierelevante Schluckstörung wird eine endoskopische Schluckuntersuchung (FEES®) nach internationalem Standard durchgeführt. Bei Bedarf werden eine funktionelle Dysphagietherapie und, sofern möglich, eine Oralisierung mit adäquater Kostform eingeleitet.

Ergebnisse: Seit 2008 wurden 217 Patienten mit Kopf-Hals-Tumor während des akutstationären Aufenthaltes erfasst, von denen 166 (77%) eine therapierelevante Schluckstörung aufwiesen. 141 Patienten konnten noch während des stationären Aufenthaltes zumindest partiell oralisiert werden mit einer Kostformverbesserung in 118 Fällen. Bei 15% der Patienten gelang eine sichere Oralisierung im Rahmen der Frührehabilitation nicht.

Schlussfolgerung: Eine frührehabilitative Versorgung von schluckgestörten Patienten mit einer Kopf-Hals-Tumor-Erkrankung bietet eine zügige Restitution von Lebensqualität und senkt mit der Vermeidung von Sekundärkomplikationen wie Malnutrition und Aspirationspneumonie deutlich die Kosten des akutstationären Aufenthaltes.