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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Die Dysphonie: ein Erstsymptom bei Sjögrensyndrom?

Meeting Abstract

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  • corresponding author Cornelia Schwemmle - Klinik und Poliklinik für Phoniatrie und Pädaudiologie, Medizinische Hochschule Hannover, Deutschland
  • Antonia Zapf - Institut für Biometrie, Medizinische Hochschule Hannover, Deutschland
  • Martin Ptok - Klinik und Poliklinik für Phoniatrie und Pädaudiologie, Medizinische Hochschule Hannover, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod501

DOI: 10.3205/10hnod501, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod5018

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Schwemmle et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Dysphonien sind bei Autoimmunkrankheiten, wie z.B. dem Sjögrensyndrom bekannt. Die hier typische Xerostomie/Augentrockenheit tritt anamnestisch in weniger als 40% auf, sodass diese allein nicht wegweisend für den Verdacht des Sjögrensyndroms sind. Unklar ist, ob Dysphonien mit/ohne extralaryngeale Beschwerden auf ein Sjögrensyndrom hinweisen können.

Material und Methoden: 46 Patienten mit Dysphonie füllten einen an „sjögrentypischen“ Symptomen orientierten Fragebogen aus. Mit dem alpha-Fodrin-Antikörper wurde ein mögliches Vorliegen des Sjögrensyndroms betrachtet. Außerdem wurde der Zusammenhang von extralaryngealen Beschwerden und erhöhten alpha-Fodrin-AK untersucht.

Ergebnisse: Bei 6 (13%) Patienten zeigten sich auffällige alpha-Fodrin-IgG-AK, bei 11 (24%) auffällige alpha-Fodrin-IgA-AK, bei 13 (28,3%) Patienten waren ein/beide Antikörper positiv. Ein Zusammenhang von extralaryngealen Beschwerden und positivem AK-Titer bestand nicht.

Diskussion: Auch wenn der Verdacht für ein Sjögrensyndrom durch positive Antikörpertiter nur bei einem kleinen Teil der Patienten bestand und die extralaryngealen Beschwerden nicht mit dem Antikörpertiter korrelierten, unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung der HNO-Ärzte, bei Dysphonien auch an Autoimmunkrankheiten im Sinne eines Sjögrensyndroms zu denken und u. U. serologische Untersuchungen, bzw. auch eine rheumatologische Diagnostik zu veranlassen, zumal die Behandlung des Sjögrensyndroms mit Immunsuppressiva symptomatisch möglich ist.