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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Stimmbeurteilung in Lehrerberufsgruppen

Meeting Abstract

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  • corresponding author Rainer Müller - Universitäts-HNO-Klinik Dresden, Deutschland
  • Annette Jung - Universitäts-HNO-Klinik Dresden, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod499

DOI: 10.3205/10hnod499, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod4997

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Müller et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Vor Beginn eines Lehrerberufes sind Stimmtauglichkeitsuntersuchungen nicht gesetzlich vorgeschrieben. Ziel der Untersuchung ist die Erfassung von Stimmstörungen bei unterschiedlichen Lehrerberufsgruppen und Ableitung erforderlicher Maßnahmen.

Methode: 20 Hochschuldozenten, 20 Gymnasial- und Mittelschullehrer und 20 Grundschullehrer im Alter von 28–65 Jahren wurden zur Stimmausbildung, subjektiven Stimmbelastung, zur (Lehrer-) Selbstwirksamkeitserwartung, beruflichen Belastung befragt und die stimmliche Leistungsfähigkeit untersucht (auditiver Stimmstatus, Stimmfeld, Stimmbelastungstest, Klanganalyse, laryngoskopischer und stroboskopischer Befund).

Ergebnisse: Anamnestisch gaben 36,7% der Lehrer keine, 18,3% bei Infekten und 45% intermittierend oder ständig Stimmprobleme an. 35% der Lehrer erhielten eine Stimmausbildung, 65% empfanden eine starke Stimmbelastung im Beruf. Die 3 Lehrergruppen unterschieden sich nicht in der (Lehrer-) Selbstwirksamkeitserwartung. Die Beurteilung der stimmlichen Leistungsfähigkeit ergab keine, eine geringe oder deutliche Stimmstörung – Hochschullehrer (35%/45%/20%), Gymnasial- und Mittelschullehrer (50%/45%/5%), Grundschullehrer (45%/30%/25%).

Schlussfolgerungen: Die Untersuchung zeigte bei ca. 50% der Lehrer eine Stimmstörung. Vor einem Lehrerstudium sollte deshalb eine Stimmtauglichkeitsbeurteilung erfolgen. Für Lehrer ist eine Stimmausbildung sinnvoll. Bei auftretenden Beschwerden ist rechtzeitig eine logopädische Behandlung einzuleiten.