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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Psychische Komorbidität bei Patienten mit chronischem Tinnitus, chronischem Schmerz, chronischem Asthma und Neurodermitis

Meeting Abstract

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  • Nina Zirke - Tinnituszentrum, HNO-Klinik und Poliklinik, Charité Berlin, Deutschland
  • Claudia Seydel - Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Psychosomatik, Charité – Universitätsmedizin, Berlin, Deutschland
  • Heidemarie Haupt - Tinnituszentrum, HNO-Klinik und Poliklinik, Charité Berlin, Deutschland
  • corresponding author Birgit Mazurek - Tinnituszentrum, HNO-Klinik und Poliklinik, Charité Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod491

DOI: 10.3205/10hnod491, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod4910

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Zirke et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das Ausmaß psychosomatischer Erkrankungen bei Tinnituspatienten wird bei der Behandlung häufig unterschätzt. Ziel der vorliegenden Studie ist es, durch Darstellung und Vergleich psychischer Komorbiditäten bei Patienten mit chronischem Tinnitus, chronischer Schmerzerkrankung, chronischem Asthma oder Neurodermitis Aufschluss darüber geben zu können, in welcher Art und in welchem Ausmaß psychosomatische Erkrankungen bei Tinnituspatienten auftreten.

Methode: Es wurden 895 Patienten der 4 Erkrankungsgruppen hinsichtlich ihrer psychischen Belastung untersucht. Die gestellten psychischen Diagnosen wurden nach ICD-10 Kapitel V (F) erfasst und die subjektive Beeinträchtigungen der Patienten anhand folgender psychometrischer Messinstrumente untersucht: Tinnitusfragebogen nach Goebel und Hiller (TF), Berliner Stimmungsfragebogen (BSF) und Sense of Coherence (SOC).

Ergebnisse: Es gibt keine wesentlichen Häufigkeitsunterschiede der psychischen Erkrankungen bei Patienten mit chronischem Tinnitus im Vergleich zu Patienten mit chronischem Schmerz, chronischem Asthma oder Neurodermitis. Alle Erkrankungsgruppen wiesen am häufigsten eine neurotische Belastungs- oder somatoforme Störung bzw. affektive Störung auf. Patienten mit chronischem Tinnitus geben ein höheres Kohärenzgefühl, eine bessere subjektive Stimmung, weniger Ärger, mehr Engagement und weniger ängstliche Depressivität an im Vergleich zu den Patienten der anderen Erkrankungsgruppen.

Schlussfolgerung: Aufgrund der großen Häufigkeit von psychischen Störungen bei Patienten mit chronischem Tinnitus sind diese in der Tinnitusbehandlung von zentraler Bedeutung. Bei der Therapie sollte demnach eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von HNO, Psychosomatik und Psychiatrie erfolgen.