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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Neurotrophe Effekte von Taurin auf Spiralganglienzellen in vitro

Meeting Abstract

  • corresponding author Natalia von Wasielewski - HNO-Universitätsklinik, Würzburg, Deutschland
  • Kristen Rak - HNO-Universitätsklinik, Würzburg, Deutschland
  • Andreas Radeloff - HNO-Universitätsklinik, Würzburg, Deutschland
  • Robert Mlynski - HNO-Universitätsklinik, Würzburg, Deutschland
  • Rudolf Hagen - HNO-Universitätsklinik, Würzburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod473

DOI: 10.3205/10hnod473, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod4734

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 von Wasielewski et al.
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Gliederung

Text

Eine hohe Anzahl funktionsfähiger Spiralganglienzellen (SGZ) sowie eine stabile Nerv Elektroden-Interaktion gelten als wichtige Faktoren für die optimale Reizweiterleitung von Cochleaimplantaten. Eine Verbesserung des axonalen Längenwachstums sowie des Überlebens von SGZ unter dem Einfluss der neurotrophen Faktoren BDNF und NT3 ist bekannt. Taurin (2-Amino-Ethansulfonsäure) erfüllt als ubiquitäre freie Aminosäure im Körper sowohl osmoregulative als auch antioxidative Funktionen. Zusätzliche neuroprotektive Eigenschaften im ZNS wurden für Taurin durch die Beteiligung an der Regulation des Kalziumhaushaltes postuliert.Ziel der Studie war daher die Untersuchung der Wirkung von Taurin auf das Überleben und die Neuritenlänge kultivierter SGZ des Säugetieres.

Hierzu wurden SGZ von p5/p6 Ratten präpariert,in 4 Gruppen eingeteilt und neben der Kontrollgruppe ohne Stimulation jeweils mit BDNF (10ng/ml), NT3 (10ng/ml) und Taurin (20 mM) für 48 Stunden inkubiert. Nach Immunfluoreszenzfärbung erfolgte die mikroskopische und histomorphometrische Analyse.

Es zeigte sich, dass die Zellen nach Inkubation mit Taurin signifikant längere Neuriten (Taurin: 238,6±4,6 µm vs. Kontrolle: 188,1±3,8 µm) ausbildeten als unter Kontrollbedingungen (p<0,001). Die Neuritenlängen unterschieden sich nicht von denen unter Inkubation mit BDNF und NT3, als potente neurotrophe Faktoren. Unter dem Einfluss Taurin zeigte sich zudem ein nicht signifikant, aber tendentiell verbessertes Überleben der SGZ.

Diese Ergebnisse machen Taurin zu einem interessanten Pharmakon für eine verbesserte Nerv-Elektroden-Interaktion nach Cochleaimplantation bei bioaktiven Elektroden. Der genaue Wirkmechanismus von Taurin auf das axonale Längenwachstum bleibt Gegenstand weiterer Untersuchungen.