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81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

12.05. - 16.05.2010, Wiesbaden

Prädiktoren bei linkstemporaler niedrigfrequenter repetetiver transkranieller Magnetstimulation in der Therapie chronischer Tinnituspatienten

Meeting Abstract

  • corresponding author Veronika Vielsmeier - HNO-Universitätsklinik Regensburg, Deutschland
  • Gabriele Frank - Klinik für Psychiatrie, Regensburg, Deutschland
  • Michael Landgrebe - Klinik für Psychiatrie, Regensburg, Deutschland
  • Berthold Langguth - Klinik für Psychiatrie, Regensburg, Deutschland
  • Jürgen Strutz - HNO-Universitätsklinik Regensburg, Deutschland
  • Tobias Kleinjung - HNO-Universitätsklinik Regensburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 81. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Wiesbaden, 12.-16.05.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnod469

DOI: 10.3205/10hnod469, URN: urn:nbn:de:0183-10hnod4691

Veröffentlicht: 22. April 2010

© 2010 Vielsmeier et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Diverse Studien konnten die positiven Effekte der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) bei chronischem Tinnitus nachweisen. Das individuelle Therapieergebnis scheint allerdings von verschiedenen Faktoren abhängig zu sein. Daher ist die Detektion von möglichen Prädiktoren von entscheidender klinischer Relevanz.

Methoden: Daten von 194 Tinnituspatienten wurden retrospektiv untersucht. Diese Patienten wurden mit einem standardisierten rTMS-Konzept therapiert (1 Hz, 10 Tage, 2000 Stimulationen/Tag, Spulenlokalisation links temporal). Der Therapieeffekt wurde mit dem Tinnitusfragebogen (Goebel und Hiller) über einen 3-monatigen Beobachtungszeitraum erfasst. Der Behandlungseffekt wurde in statistische Beziehung zu möglichen Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, BDI-Score (Beck Depression Inventory), Lokalisation, Frequenz und Dauer des Tinnitus, Ausmaß der Hörstörung sowie Grad der kortikalen Erregbarkeit gesetzt.

Ergebnisse: Bei Patienten mit links- oder beidseitig lokalisiertem Tinnitus konnte rTMS eine signifikante Reduktion der Scores im Tinnitus-Fragebogen erzielen, wohingegen Patienten mit rechtsseitigem Tinnitus keine signifikante Besserung zeigten. In der Erfolgsgruppe hatte die Tinnitusdauer einen signifikanten Einfluss auf das Ausmaß des Therapieeffekts.

Schlussfolgerung: Es wird gezeigt, dass die linkstemporale repetetive transkranielle Magnetstimulation eher positive Effekte auf links- und beidseitig lokalisierten als auf rechtsseitigen Tinnitus hat. Des Weiteren konnte nachgewiesen werden, dass eine kürzere Tinnitusdauer einen positiven Effekt auf die Ergebnisse dieser Stimulationstherapie hat.